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Userstory: Finanzplanung regulierter Sparten im Verteilnetz

Untertitel: Digitale Akte für regulierte Sparten: Maßnahmen bewerten, Evidenz führen, Klärfälle bearbeiten, Stresstest dokumentieren und Befassungen vorbereiten.

Kurzfassung: Der Szenarienrechner ist kein reiner EOG-Rechner. Er ist eine offline lauffähige digitale Akte für die Finanzplanung regulierter Sparten. Die App unterstützt EVUs und VNBs dabei, technische Maßnahmen, Wirtschaftsplan, HGB-/Controlling-Sicht, regulatorische Wirkung, Finanzierung, Risiken, Evidenz, Klärfälle, Stresstest und Befassungsreife in einem gemeinsamen Arbeitsstand zusammenzuführen.

Was diese Userstory leistet: Sie beschreibt nicht nur Klickpfade in der App. Sie erzählt eine fiktive, aber typische Planungsrunde in einem regionalen EVU so, wie ein externer Senior Consultant sie begleiten würde: mit Rollenklärung, Datenanforderung, fachlicher Einordnung, Klärpunkten, Befassungsnotizen, Stresstest-Parametern und einer nachvollziehbaren Vorlage für Management und Befassungskreis.

Wichtig: Alle Rollen, Zahlen, Namen, Orte, Screenshots, Termine und Maßnahmen sind synthetisch. Die Story enthält keine produktiven Standardwerte und keine Referenz auf reale Netzbetreiber oder interne Unterlagen. Die App ersetzt keine regulatorische, steuerliche, bilanzielle oder rechtliche Beratung.


Executive Summary: Worum geht es bei der App?

Viele Investitions- und Finanzplanungsrunden in regulierten Sparten starten mit technischen Bedarfen: Ersatzinvestitionen, Netzautomatisierung, Engpassbeseitigung, Digitalisierung, Netzverstärkung, Rückbau, Transformationsmaßnahmen oder Reinvestitionen. Spätestens in der Wirtschaftsplanung reicht eine technische Maßnahmenliste aber nicht mehr aus. Die Maßnahmen müssen in eine gemeinsame Akten- und Befassungslogik übersetzt werden.

Die App hilft dabei, aus einer Maßnahmenliste einen prüfbaren Planungsstand zu machen:

Die EOG ist dabei ein wichtiger Teil der Betrachtung, aber nicht der alleinige Zweck. Die praktische Fragestellung lautet breiter: Wie wird Finanzplanung für regulierte VNB-Sparten so strukturiert, dass Technik, Regulierung, Controlling, Bilanzierung und Management denselben Arbeitsstand sehen?

Warum das im EVU-Alltag schwierig ist

In der Praxis liegen die relevanten Informationen oft verteilt vor:

Ohne gemeinsame Struktur entstehen typische Reibungen: technische Maßnahmen werden kaufmännisch zu spät übersetzt, regulatorische Effekte werden zu optimistisch interpretiert, Aktivierbarkeit wird als selbstverständlich angenommen, offene Punkte verschwinden in Protokollen und nach einigen Wochen ist unklar, welcher Arbeitsstand eigentlich beraten wurde.

Die App adressiert genau diese Lücke. Sie macht aus einer losen Maßnahmenliste einen lokalen, exportierbaren und wiederaufnahmefähigen Arbeitsstand.

Regulierter Finanzplanungsprozess in einem Satz

Regulierte Finanzplanung bedeutet nicht: eine EOG-Zahl berechnen und daraus eine Entscheidung ableiten. Sie bedeutet: Investitionen und Maßnahmen so aufzubereiten, dass Budget, Kapitalbindung, Aktivierung, Abschreibung, regulatorische Einordnung, Finanzierung, Risiko, Evidenz und Befassungsunterlage konsistent zusammenpassen.

Die fünf Sichten auf eine Maßnahme

Sicht Typische Frage Typischer Lieferant im EVU Was die App strukturiert
Technische Sicht Warum ist die Maßnahme erforderlich und wann muss sie umgesetzt werden? Netzbetrieb, Asset Management, Projektleitung Maßnahmentyp, Jahr, Risiko, Wirkannahmen, Notizen
Wirtschaftsplan-Sicht Wann wird welches Budget benötigt? Controlling, Spartenleitung, Projektcontrolling Kosten, Szenario, Aktivität, Portfolioeinordnung
HGB-/Bilanzierungs-Sicht Was ist aktivierbar, welche Nutzungsdauer ist plausibel? Anlagenbuchhaltung, Bilanzierung aktivierbarer Anteil, Nutzungsdauer, AfA-Kontext
Regulatorische Sicht Welche Kosten und Wirkungen sind in der regulierten Sparte relevant? Regulierungsmanagement EOG-/Kapitalbasis-Kontext, Verfahren, Q-/Effizienz-/Risikowirkungen als Annahmen
Akten-/Governance-Sicht Was ist belastbar, was bleibt Befassungs- oder Klärbedarf? Management, Befassungskreis, Modellverantwortung Evidenz, Befassungsnotizen, Klärpunkte, Prozessstatus, Report

Prozessübersicht

Technischer Bedarf → Datenanforderung → Stammdaten und Modellrahmen → Maßnahmenportfolio → Evidenz & Systeme → Prüfen & Klären → Stresstest → Präsentation/Befassungsvorlage → Export und Wiedereinstieg.

Die App ist entlang dieses Beratungsprozesses zu lesen. Sie ist nicht primär ein Formular, sondern ein gemeinsamer Arbeitsraum für die Frage: Was wissen wir, was nehmen wir an, was ist offen, und was kann verantwortbar in die nächste Befassung gehen?

Rollen in der Story

Rolle Aufgabe in der Planungsrunde Typischer Beitrag zur App
Modellverantwortung hält Arbeitsstand, Modellstruktur und nächste Schritte zusammen Stammdaten, Prozessstatus, Import/Export, Report
Regulierungsmanagement prüft regulatorischen Kontext und Grenzen EOG, Kapitalbasis, Verfahren, Anerkennungslogik, Wirkannahmen
Anlagenbuchhaltung / Bilanzierung bewertet Aktivierung, Nutzungsdauer und HGB-Sicht aktivierbarer Anteil, AfA, Abgrenzung CAPEX/OPEX
Netzbetrieb / Asset Management bewertet technische Notwendigkeit, Zustand und Risiko Maßnahmen, Umsetzungsjahr, technische Evidenz, Risikohinweise
Controlling / Finanzierung plausibilisiert Budget, Liquidität und Finanzierung Kosten, FK-Zins, Kapitalwert, Wirtschaftsplananschluss
Management / Befassungskreis ordnet Priorisierung, Risiken und offene Punkte ein Report, Präsentation, Befassungsnotizen, offene Punkte, Nachverfolgung

Welche Unterlagen typischerweise benötigt werden

Unterlage / Datenquelle Wofür sie gebraucht wird Typischer Klärpunkt
Wirtschaftsplan und Mittelfristplanung Budgetpfad, Investitionsrahmen, Priorisierung Passt die Maßnahme zeitlich und betragsmäßig in den Plan?
Maßnahmenliste / Investitionsprogramm Portfolioaufbau, Projektstatus, Kosten Ist die Liste vollständig und vergleichbar strukturiert?
Regulierungsbescheid / EOG-Informationen regulatorischer Rahmen und Referenzgröße Welche Werte sind aktuell, welche nur Planannahmen?
Anlagenbuchhaltung / Anlagevermögen Aktivierbarkeit, Nutzungsdauer, Kapitalbasis Stimmen HGB- und regulatorische Sicht überein oder nicht?
Mengenplanung / Jahresarbeit indikative Entgelt- oder Kundenauswirkung Welche Menge ist für die Betrachtung belastbar?
technische Zustands- und Störungsdaten Risiko, Notwendigkeit, Priorität Ist eine Wirkung belegt oder nur plausibel angenommen?
Finanzierungsannahmen FK-Zins, Kapitalbindung, Renditesicht Welche Annahme ist Unternehmensplanung, welche Sensitivität?
Befassungskalender und Fristen Timing der Vorlage Welche offenen Punkte müssen bis wann geklärt oder bewusst offen geführt sein?

Wie diese Story zu lesen ist

Jeder Meilenstein folgt demselben Muster:

Die Screenshots sind Momentaufnahmen synthetischer Demodaten. Sie zeigen nicht „die richtige Zahl“, sondern eine wiedererkennbare Arbeitsweise: Kick-off, Akte, Maßnahmenkatalog, Evidenz & Systeme, Prüfen & Klären, Stresstest, Präsentation, Befassungsvorlage und Re-Entry.

Bidirektionale Navigation

Diese Story ist mit der Live-Anwendung verknüpft:

Projektplan als Struktur-Element

Die gleiche Meilensteinlogik gibt es in der App zusätzlich als Projektplan. Dort wird die erzählende User-Story zu einer operativen Planungsrunde: neun Meilensteine, Rollen-Swimlanes, abhakbare Aufgaben, Fälligkeiten, Abhängigkeiten, aus Klärfällen gespiegelte Aufgaben und Deep-Links in die passende App-Sicht.

Für ein EVU ist dieser Projektplan der Unterschied zwischen „wir haben gerechnet“ und „wir wissen, wer bis wann welchen Klärpunkt erledigt“. Er zeigt die nächste fällige Aufgabe insgesamt und je Rolle, sperrt abhängige Aufgaben, solange Vorgänger nicht erledigt sind, und erlaubt eigene EVU-spezifische Aufgaben. Template-Schritte, die in einer konkreten Runde nicht passen, werden nicht gelöscht, sondern bewusst als „nicht zutreffend“ übersprungen.

Typische Nutzung in dieser Story:

Damit wird die App zum wiederaufnahmefähigen Arbeitsstand: Kennzahlen, Annahmen, Report, Befassungen und Projektsteuerung bleiben in einer Datei verbunden.

Aktueller Arbeitsmodus: Akte, Grundlagen, Bearbeiten, Evidenz, Klärung, Präsentation, Export

Die aktuelle Anwendung ist als digitale Akte organisiert. Der Einstieg zeigt nicht mehr möglichst viele Eingabefelder, sondern einen kompakten Arbeitsstand: Sparte, Phase, Entscheidungsreife, aktive Maßnahmen, offene Klärpunkte, Evidenzlage und nächster Schritt. Von dort führt die Navigation in die operativen Arbeitsräume:

Der wichtigste Unterschied zur früheren Rechnerlogik: Die App zeigt nicht nur, was rechnerisch herauskommt, sondern auch, welche Evidenz, Dokumentation und Befassung noch fehlen. Ein guter Arbeitsstand ist daher nicht automatisch der Stand mit dem höchsten Kapitalwert, sondern der Stand, dessen Annahmen, Quellen, offenen Punkte und nächsten Arbeitsschritte nachvollziehbar sind.

Budget-Tragfähigkeit: Maßnahmen für knappe Budgetrunden klassifizieren

Neben Kosten und Kennzahlen braucht eine Planungsrunde eine Management-Sprache dafür, warum eine Maßnahme im knappen Budgetrahmen tragfähig ist. Die App führt deshalb je Sparte eine zusätzliche, KPI-neutrale Maßnahmenklassifikation. Strom und Gas werden nicht gemischt aggregiert.

Die fünf Klassen sind:

Situation im EVU: In der Budgetrunde reicht die Aussage „alles ist Muss“ nicht. Management und Controlling müssen erkennen, ob ein Posten gesetzlich gebunden, substanzerhaltend, transformationsrobust, strategisch optional oder zeitfensterkritisch ist.

App-Beitrag: Die Ansicht Budget-Tragfähigkeit verdichtet pro Sparte Anzahl, CAPEX, offene Klärungen und abgeleitete Einordnungen je Kategorie. Im Maßnahmeneditor kann die Kategorie manuell gesetzt oder konservativ aus vorhandenen Feldern abgeleitet werden. Abgeleitete Klassifikationen bleiben reviewpflichtig und erzeugen Klärpunkte, wenn Tragfähigkeits- oder Refinanzierungsbrücken fehlen.

Ergebnis: Aus der Maßnahmenliste wird keine automatische Priorisierungsentscheidung. Sie erhält aber eine nachvollziehbare Einordnung: Welche Maßnahmen sind Pflicht, welche bewahren Substanz, welche sind Optionen, welche hängen am Timing und wo fehlt noch die wirtschaftliche Überleitung.

Beraterhinweis: Ein Senior Consultant würde diese Schicht nicht als neue Rechenlogik verwenden. Sie ist eine Befassungs- und Budgetsteuerungsschicht. EOG, RAB, IRR, Kapitalwert und Risikowerte bleiben unverändert; die Klassifikation erklärt nur, welche Tragfähigkeitslogik zu prüfen oder zu dokumentieren ist.

Prüfen & Klären: Kanban und Befassungs-Workbench

Offene Punkte werden nicht mehr nur als lange Liste geführt. Die App erzeugt Kanban-Karten deterministisch aus verschiedenen Ursachen:

Wählt ein Nutzer in Prüfen & Klären einen Klärfall, öffnet sich eine Split-Workbench. Links bleibt die betroffene Maßnahme oder Datenstelle bearbeitbar. Rechts bleibt der aktive Klärpunkt sichtbar: Aufgabe, relevantes Feld, neue Befassungsnotiz, bisherige Befassungen, Projektplanstatus und die Aktionen Befassungsnotiz speichern oder Klärpunkt abschließen.

Damit sind zwei Dinge bewusst getrennt: Die permanente Maßnahmennotiz oder das Datenfeld beschreibt den fachlichen Inhalt. Die Befassungsnotiz dokumentiert zeitpunktbezogen, was geprüft, ergänzt, vertagt oder abgeschlossen wurde. Wird nur eine Zwischenlage protokolliert, bleibt der Klärfall offen. Wird der Punkt hinreichend geklärt, wird er abgeschlossen und im Projektplan gespiegelt.

Konservativer Stresstest: Parameter statt Scheinsensitivität

Die App unterscheidet ausdrücklich zwischen einem wirklich konservativen Szenario und einem nur kopierten Basisszenario. Wenn Basis und konservativ bei NPV, IRR oder EOG-Wirkung identisch oder nahezu identisch sind, erscheint Stresstest offen. Das bedeutet nicht, dass das Portfolio robust ist, sondern dass noch keine eigenständige Sensitivität gepflegt wurde.

Die Stresstest-Workbench liegt unter Grundlagen → Bearbeiten einblenden → Konservativer Stresstest / Stresstest-Parameter. Dort werden Basiswert und konservativer Wert gegenübergestellt, zum Beispiel Attributionsdeckel, Q-/E-Faktor, Mindest-Diskontsatz und Umgang mit Wirkannahmen. Nach der Parametrisierung gehört das Ergebnis in die Befassung: Welche Parameter wurden geschärft, warum wurden genau diese Werte gewählt, trägt der konservative Fall weiter und welche Punkte bleiben offen?

Evidenz & Systeme: Sidecar als Arbeitsraum für Quellen, Datenqualität und Steuerungsfähigkeit

Nicht jedes bewertungsrelevante Wissen ist eine Maßnahme. In einer Planungsrunde tauchen Quellen, Datenqualitätsfragen, vorgelagerte Netzthemen, Anschlussanfragen, Asset-Mapping, Steuerbarkeit, Wärmeplanung oder externe Abhängigkeiten auf. Diese Informationen dürfen nicht in die Maßnahmenliste „hineingedrückt“ werden, weil sie sonst wie CAPEX- oder EOG-wirksame Objekte wirken könnten. Sie dürfen aber auch nicht außerhalb des Arbeitsstands verschwinden.

Situation im EVU: Während der Datenerhebung stellt sich heraus, dass eine Maßnahme von einer Lastanfrage, einem GIS-/Anlagenbuchhaltungs-Mapping, einem Netzfahrplan, einem Stilllegungsgebiet oder einer externen Quelle abhängt. Die Information ist entscheidungsrelevant, aber noch keine Investitionsmaßnahme.

Fachliche Frage: Ist dieser Punkt eine Maßnahme oder ein Kontext-/Evidenzobjekt? Wird daraus sofort eine Rechenwirkung, oder ist es zunächst ein Arbeitsauftrag für Datenqualität, Quelle, Steuerungsfähigkeit oder Szenarioannahme?

App-Beitrag: Der Bereich „Evidenz & Systeme“ führt solche Sidecar-Objekte getrennt von der Maßnahmenliste. Jedes Objekt erhält Sparte, Objektklasse, Status, Evidenzstatus, Rechenwirkung, Sensitivität, Exportstatus, Quellenreferenzen, offene Fragen und optionale Verknüpfungen zu Maßnahmen oder Szenarien. Strom nutzt andere Einstiegskategorien als Gas: Bei Strom stehen zum Beispiel Netzkoppelung, Lastanfragen, Steuerbarkeit, Redispatch, iMSys/CLS, Netzfahrplan oder Datenqualität im Vordergrund; bei Gas eher Kunden-/Lastpfade, Stilllegung/Rückbau, Wärmeplanung, Umwidmung/Wasserstofffähigkeit, No-Regret-Kontext oder Asset-Mapping.

Ergebnis: Der Arbeitsstand kann erklären, welche Quellen und Datenpfade eine Bewertung stützen oder blockieren, ohne die CAPEX-, OPEX-, RAB-, EOG- oder Portfolio-KPIs zu verunreinigen. Sidecar-Objekte sind standardmäßig nicht KPI-wirksam. Eine Rechenwirkung entsteht nur, wenn sie später bewusst quantifiziert, verknüpft und explizit aktiviert würde.

Beraterhinweis: Ein Senior Consultant würde Kontextwissen nicht als Freitext am Rand stehen lassen. Er würde aber genauso verhindern, dass Datenqualitäts- oder Prozessobjekte wie Investitionsmaßnahmen aussehen. Der Sidecar schafft genau diese Zwischenebene: sichtbar, prüfbar, exportierbar und verknüpfbar — aber nicht automatisch entscheidungs- oder rechenwirksam.

Typische Nutzung in dieser Story:

Gas-Transformationspfad: Stilllegung, Rückbau und Rückstellungen strukturieren

Bei Gasnetzen reicht eine klassische Reinvestitionssicht nicht aus. Eine Maßnahme kann Weiterbetrieb sichern, eine Stilllegung vorbereiten, physischen Rückbau auslösen, im Boden belassen werden oder als H2-/Umwidmungsoption offen bleiben. Gleichzeitig entstehen bilanzielle und regulatorische Klärfragen: Rückstellungsfähigkeit, Wegfall der sogenannten Ewigkeitsvermutung, Kostenabgrenzung zwischen Stilllegung und Rückbau, KANU-/AfA-Wirkung, KAnEu-/Ist-Kosten-Behandlung und spätere Netzentgeltwirkung.

Situation im EVU: In einer Gas-Planungsrunde wird eine Maßnahme nicht nur als Kostenposition bewertet. Bilanzierung fragt, ob eine Verpflichtung und ein belastbarer Erfüllungszeitpunkt vorliegen. Regulierungsmanagement fragt, ob ein Kostenpfad, KAnEu-/Ist-Kosten-Behandlung oder ein noch unsicherer Ruleset-Stand betroffen ist. Asset Management fragt, ob technisch weiterbetrieben, stillgelegt, zurückgebaut oder umgewidmet werden soll.

Fachliche Frage: Welche Herleitung ist erforderlich, bevor ein Wert in Befassungsvorlage, Wirtschaftsplan oder Rückstellungsdiskussion auftauchen darf?

App-Beitrag: Bei Sparte Gas zeigt die App im Maßnahmenformular den Gas-Transformationspfad. Dort werden Pfad, Objektart, Pflicht-/Anspruchsgrund, Ewigkeitsvermutung, Rückstellungs-Check, regulatorische Behandlung und Evidenz dokumentiert. Die App formuliert daraus HGB-/Rückstellungsfragen und regulatorische Klärfragen, trifft aber keine automatische Rückstellungs-, Rückbaupflicht- oder Anerkennungsentscheidung. Wenn eine lange Gas-Nutzungsdauer nach Wegfall der Ewigkeitsvermutung über den KANU-/Transformationshorizont hinausläuft, zeigt sie zusätzlich „Nutzungsdauer-Entscheid erforderlich“ und verlangt eine bewusste fachliche Einordnung, bevor Kennzahlen unkritisch verwendet werden.

Ergebnis: Stilllegung, Rückbau, Reinvestition, H2-/Umwidmung und Belassen im Boden werden nicht als freie Notiz versteckt, sondern als prüfpflichtige Fachschicht im Arbeitsstand geführt. Bei Strom bleibt diese Ebene ausgeblendet und ohne Wirkung.

Beraterhinweis: Ein Senior Consultant würde gerade bei Gas verhindern, dass „dauerhafter Weiterbetrieb“ ungeprüft als Default bestehen bleibt. Der Wegfall der Ewigkeitsvermutung wird deshalb als Option sichtbar gemacht: nicht als automatische Bilanzierungsentscheidung, sondern als Anlass, Verpflichtung, Kostenhöhe, Zeitpunkt, Wahrscheinlichkeit und regulatorische Behandlung sauber zu prüfen.

Aktualitätsprüfung und GitHub-Support als Vertrauensschicht

Eine Planungsrunde kann mehrere Monate dauern. In dieser Zeit können sich nicht nur Kosten, Projekte oder Befassungsfristen verändern, sondern auch die regulatorische Einordnung: neue Festlegungen, Konsultationsstände, Parameterstände oder Hinweise aus der Praxis. Gerade deshalb reicht es nicht, eine offline gespeicherte HTML-Datei nur als Rechenstand zu betrachten. Sie muss auch zeigen, auf welchem App-Stand und welchem Regulierungsstand sie beruht.

Situation im EVU: Die Modellverantwortung öffnet im Juni einen Arbeitsstand, der im Januar vorbereitet wurde. Die Datei funktioniert weiterhin offline und enthält alle Nutzdaten. Gleichzeitig stellt sich die Frage: Arbeiten wir noch mit der aktuellen App-Version? Ist der verwendete Regulierungsparameterstand noch derselbe? Gibt es einen neueren Konsultations- oder Festlegungsstand, der für die Vorlage zumindest erwähnt werden muss?

Fachliche Frage: Wie kann ein EVU Aktualität prüfen, ohne die Datensouveränität der Offline-Datei aufzugeben oder vertrauliche Modellwerte an einen Server zu senden?

App-Beitrag: Die App trennt zwei Versionsachsen. Die eine Achse ist die Anwendung selbst: App-Version, Build-Commit, Build-Zeit und erwarteter SHA-256 des Single-File-Artefakts. Die zweite Achse ist der Regulierungsparameterstand: Ruleset-ID, Wirksamkeitsmonat, Konfidenzgrad und Quellenreferenz. Im Footer erscheint ein Badge zum aktiven Regulierungsstand; Report und Exporte stempeln diesen Stand mit ein.

Die Aktion „Aktualität prüfen“ ist bewusst kein automatischer Hintergrunddienst. Sie wird nur durch den Nutzer ausgelöst und erst nach Bestätigung ausgeführt. Die App liest dann einmalig eine öffentliche release-manifest.json von GitHub Pages. Dabei werden keine Modell-, Maßnahmen-, localStorage- oder Browserdaten übertragen. Das Ergebnis lautet getrennt: App aktuell oder veraltet; Regulierungsstand aktuell oder veraltet; ggf. mit Changelog, Quellenreferenz und erwarteter Prüfsumme.

GitHub-Support in der Story: Wenn die Runde einen Fehler, eine fachliche Unklarheit oder eine neue regulatorische Quelle erkennt, öffnet „Feedback / Support melden“ ein vorbefülltes GitHub-Issue im Browser. Es wird nichts automatisch gesendet. Der Nutzer sieht die Meldung, kann sie ändern und sendet sie selbst ab. Standardmäßig enthält die Meldung nur nicht-sensitive Metadaten wie App-Version, Build-Commit, Ruleset-ID, Konfidenz und letzter Aktualitätscheck — keine Maßnahmenwerte und keine Modelldaten. Für Umgebungen ohne GitHub-Zugriff erzeugt „Support-Paket exportieren“ eine kleine JSON-Datei mit demselben Kontext, die intern geprüft und auf anderem Weg weitergegeben werden kann.

Ergebnis: Die Offline-Datei bleibt souverän und versandfähig, bekommt aber eine kontrollierte Brücke zur Außenwelt: Aktualität kann geprüft, Regulierungsänderung kann gemeldet und Support kann strukturiert angefragt werden, ohne dass aus der App eine Cloud-Anwendung wird.

Beraterhinweis: Ein Senior Consultant würde hier nicht nur fragen: „Ist die Zahl richtig?“ Er würde fragen: „Auf welchem Regelstand wurde gerechnet, wie verbindlich ist dieser Stand, wann wurde zuletzt geprüft und welche Quelle belegt die Änderung?“ Genau diese Fragen macht die App sichtbar. Provisorische Planung auf Konsultationsständen wird dadurch möglich, aber nie als rechtskräftige Wahrheit getarnt.

Typische Nutzung in dieser Story:

Damit ergänzt die Aktualitätsprüfung die Offline-Fähigkeit, statt sie zu schwächen: Die App bleibt lokal, aber sie macht sichtbar, wann sich die regulatorische Wirklichkeit außerhalb der Datei bewegt hat.

KI-Prompt-Export als Übersetzungsschicht

Viele Planungsstände scheitern nicht an fehlenden Zahlen, sondern daran, dass dieselben Zahlen für verschiedene Rollen unterschiedlich erklärt werden müssen. Ein Aufsichtsrat braucht keine Engine-Details, Controlling keine kommunalpolitische Erzählung, Regulierungsmanagement keine vereinfachte Bürgerfassung. Gleichzeitig dürfen sensible Planungsdaten nicht automatisch an einen KI-Dienst übertragen werden.

Situation im EVU: Nach der Konsolidierung liegt ein Arbeitsstand mit KPIs, Szenarien, Projektplan, offenen Klärpunkten, Befassungsnotizen und Stresstest-Parametern vor. Die Modellverantwortung möchte daraus eine verständliche Management- oder Befassungserklärung vorbereiten. Im Unternehmen ist ein eigenes KI-System freigegeben, aber die Offline-App soll selbst keine Verbindung dorthin aufbauen.

Fachliche Frage: Wie kann die App die Übersetzungsleistung einer KI nutzbar machen, ohne selbst zur Cloud-Anwendung zu werden?

App-Beitrag: Über „KI-Prompt erstellen“ erzeugt die App lokal einen rollenspezifischen Arbeitsauftrag. Der Nutzer wählt Rolle und Zielgruppe, zum Beispiel Aufsichtsrat/Stadtrat, Management, Controlling, Regulierungsmanagement, Asset Management, Bilanzierung oder Projektsteuerung. Dazu kommen Redaktionsoptionen: nur Zusammenfassung oder ausführlicher Stand, Beträge gerundet, Maßnahmennamen anonymisiert, Notizen ausgelassen oder Projektplan einbezogen.

Der Prompt enthält die relevanten Planungsdaten, die Provenienz des Builds, den Regulierungsstand, die Governance-Lesart und einen Verweis auf die öffentliche Kontextdatei https://energychain.github.io/Szenarienrechner-EOG/llm.txt. Diese Datei erklärt dem Unternehmens-LLM die Fachbegriffe und Grenzen: EOG ist nicht Cashflow, Basis vs. konservativ bleibt entscheidend, prüfpflichtige Annahmen sind keine bestätigten Fakten und es gibt keine Anerkennungszusage.

Ergebnis: Die App sendet nichts. Der Nutzer sieht den Prompt vollständig, kann ihn redigieren, kopieren oder als .txt speichern und erst danach bewusst in ein intern freigegebenes KI-System einfügen. Die KI übernimmt dann die Übersetzungsrolle in der Sprache der Zielgruppe, während die Datensouveränität der Offline-App erhalten bleibt.

Beraterhinweis: Ein guter Senior Consultant übersetzt denselben Planungsstand je nach Adressat. Der Prompt-Export standardisiert genau diese Übersetzungsvorbereitung: Für den Befassungskreis wird aus KPI-Logik eine Einordnungs- und Klärpunktlogik; für Controlling wird daraus Budget-, CAPEX/OPEX- und Cashflow-Sicht; für Regulierungsmanagement werden Ruleset, Attribution, Doppelzählung, Stresstest-Parameter und prüfpflichtige Annahmen sichtbar.

Typische Nutzung in dieser Story:


Meilenstein 0 — Kick-off: Finanzplanung zuerst als gemeinsamer Entscheidungsprozess

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Startscreen Kick-off

Bild: Der Einstieg betont die Arbeitsweise: nicht mit 20 Feldern beginnen, sondern erst Zweck, Rolle, Datenhaltung und Prozess verstehen.

Zeitpunkt: Anfang Januar 2027

Situation im EVU: Die Planungsrunde beginnt nicht mit einer fertigen Excel-Tabelle. Im Raum sitzen Modellverantwortung, Regulierungsmanagement, Controlling, Asset Management und später auch Bilanzierung. Alle kennen einen Teil der Wahrheit: Technik kennt die Notwendigkeit, Controlling kennt den Budgetrahmen, Regulierungsmanagement kennt den regulatorischen Rahmen, aber niemand besitzt allein die entscheidungsreife Gesamtsicht.

Fachliche Frage: Welche Befassung soll vorbereitet werden? Geht es um eine Budgeteinordnung, eine Portfolio-Priorisierung, eine regulatorische Sensitivität, eine Befassungsvorlage oder um die Vorbereitung der nächsten Wirtschaftsplanrunde?

App-Beitrag: Die Startseite ordnet die App als offline-first Werkzeug ein und zwingt nicht sofort in Eingabefelder. Die Rollenwahl macht sichtbar, ob gerade modelliert, geprüft, entschieden oder auditiert wird. Der Prozesshinweis zeigt, dass die Datei einen Arbeitsstand begleitet und nicht nur einen einmaligen Rechenlauf.

Ergebnis: Die Runde einigt sich auf den Arbeitsmodus: zuerst Struktur und Quellen klären, dann Werte eintragen, dann Maßnahmen und Wirkannahmen bewerten.

Beraterhinweis: Ein Senior Consultant würde hier verhindern, dass die erste verfügbare Zahl zur dominierenden Wahrheit wird. In regulierten Sparten ist nicht nur die Höhe einer Investition relevant, sondern auch, wann sie wirksam wird, wie sie bilanziell behandelt wird, ob sie regulatorisch erklärbar ist und welche Annahmen noch offen sind.

Neue Fakten / offene Punkte:


Meilenstein 1 — Initialisierung: Aus Eingabefeldern wird eine Datenanforderung

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Geführter Start mit Kontext-Hilfe

Bild: Kontext-Hilfen erklären, woher Werte typischerweise kommen und warum sie fachlich relevant sind.

Zeitpunkt: Mitte Januar 2027

Situation im EVU: Die Modellverantwortliche öffnet den Stammdaten-Wizard. Beim Feld Startjahr wird die Kontext-Hilfe geöffnet. Der Hinweis erklärt nicht nur die Bedienung, sondern den fachlichen Zusammenhang: Regulierungsperiode, Kostenbasis, Abschreibungsbeginn, Cashflow-Zeitpunkt und Wirtschaftsplanjahr hängen am Modellstart.

Fachliche Frage: Welche Stammdaten sind belastbare Unternehmenswerte, welche sind regulatorische Referenzen und welche sind vorläufige Arbeitsannahmen?

App-Beitrag: Die App verwandelt Eingabefelder in eine Datenanforderung. Jedes Feld wird mit Quelle, Verantwortlichkeit und Verwendungszweck verbunden.

Eingabe Typische Quelle Warum sie für die Finanzplanung relevant ist
Sparte Spartenleitung und Regulierungsmanagement bestimmt regulatorischen Kontext, Maßnahmentypen und ggf. Transformationslogik
Startjahr Projektplan und Wirtschaftsplanung legt fest, ab wann Kapitalbindung, Abschreibung und Planansätze wirken
Regulierungsverfahren aktueller Regulierungsbescheid beeinflusst, welche Wirkungen individuell betrachtet werden können
Bestehende EOG Regulierungsmanagement / Erlös- oder Netzentgeltkalkulation Referenz für indikative Erlös- und Entgeltwirkung
Kapitalbasis Anlagenbuchhaltung und regulatorisches Anlagevermögen Grundlage für Kapitalbindung und regulatorische Wirkung
Jahresarbeit Abrechnung, Mengenplanung oder testierter Jahresabschluss Brücke zur indikativen Netzentgelt- oder Kundenauswirkung

Ergebnis: Die Runde hat noch nicht alle Werte, aber sie weiß jetzt, wer sie liefern muss und warum sie benötigt werden.

Beraterhinweis: Der Unterschied zwischen „Wert fehlt“ und „Wert wurde geschätzt“ ist governance-relevant. Ein fehlender Wert ist ein Klärpunkt. Ein geschätzter Wert ist eine Annahme. Beides darf nicht unkommentiert als Default in ein Modell rutschen.


Meilenstein 2 — Datenerhebung: Finanzplanung braucht Quellen, nicht nur Werte

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Datenerhebung mit Prozessstatus

Bild: Der Prozessstatus zeigt, wo die Runde steht, wer als Nächstes liefern muss und welche Frist gilt.

Zeitpunkt: Februar 2027

Situation im EVU: Nach zwei Wochen liegen erste Werte vor. Die Modellverantwortliche lädt ein Beispielmodell und dokumentiert im Prozessbereich den Stand: Kick-off abgeschlossen, Quellen verteilt, Ist-Werte in Klärung. Der Hinweis ist bewusst kein Pop-up. Er ist ein Prozessstatus, der beim späteren Öffnen der Datei sofort erklärt, woran zuletzt gearbeitet wurde.

Fachliche Frage: Welche Werte dürfen miteinander verwechselt werden? Ein HGB-Buchwert ist nicht automatisch die regulatorische Kapitalbasis. Eine technische Mengenannahme ist nicht automatisch die abrechnungsseitige Jahresarbeit. Ein genehmigtes Budget ist nicht automatisch regulatorisch anerkannt.

App-Beitrag: Die App hält diese Unterschiede sichtbar. Stammdaten, Maßnahmen, Aktivierbarkeit und Wirkannahmen werden getrennt gepflegt, statt in einer einzigen Planungszelle zu verschwinden.

Neue Fakten:

Ergebnis: Die Datenerhebung verhindert frühe Scheingenauigkeit. Wo Werte fehlen, bleibt der Planungsstand explizit offen.

Beraterhinweis: Ein guter Prozess dokumentiert nicht nur die Werte, sondern auch deren Herkunft. Im Review ist oft wichtiger zu wissen, warum ein Wert verwendet wurde, als ihn rückwirkend aus einer Datei zu rekonstruieren.


Meilenstein 3 — Maßnahmenbewertung: Vom Budgettopf zum steuerbaren Portfolio

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Maßnahmenkatalog mit ersten Fakten

Bild: Der Maßnahmenkatalog verbindet Kosten, Aktivität, Umsetzungsjahr, Wirkung und offene Punkte in einer Portfolioansicht.

Zeitpunkt: Ende März 2027

Situation im EVU: Die technischen Fachbereiche liefern neue Fakten. Zwei Automatisierungsmaßnahmen bleiben prioritär, einzelne Ersatzinvestitionen werden in eine konservative Sensitivität verschoben. Einkauf und Projektleitung aktualisieren Kosten und Inbetriebnahmejahre.

Fachliche Frage: Es geht nicht mehr nur um „haben wir genug Budget?“. Die eigentliche Frage lautet: Welche Maßnahmen tragen technisch, regulatorisch und finanzwirtschaftlich gemeinsam? Welche binden Kapital, ohne zeitnah in der Erlöslogik sichtbar zu werden? Welche sind notwendig, auch wenn sie keinen attraktiven IRR zeigen?

App-Beitrag: Der Maßnahmenkatalog macht aus Budgetpositionen vergleichbare Maßnahmenobjekte. Kosten, erwartete Aktivierung, Wirkannahmen, Notizen und Status werden je Maßnahme sichtbar.

Fakt Wirkung im Modell Fachliche Bedeutung
Einkauf bestätigt höhere Kosten Kapitalwert und IRR werden neu bewertet Budget und Finanzierungspfad müssen aktualisiert werden
Technik bestätigt spätere Inbetriebnahme AfA- und EOG-Wirkung verschieben sich Zeitpunkt der Kapitalbindung und Ergebniswirkung ändern sich
Bilanzierung stuft einen Kostenanteil als unsicher aktivierbar ein Erwartete Kapitalbasis sinkt bzw. wird risikogewichtet Nicht jede Ausgabe wird automatisch investiv wirksam
Regulierungsmanagement markiert Wirkannahmen als prüfpflichtig Entscheidungsreife bleibt begrenzt Die Vorlage braucht Klärpunkte oder Sensitivitäten

Ergebnis: Das Portfolio wird nicht linear „durchgerechnet“. Neue Fakten ändern Prioritäten, Szenarien und Entscheidungsreife.

Beraterhinweis: Eine reine Sortierung nach IRR wäre fachlich gefährlich. VNB-Portfolios enthalten Pflichtmaßnahmen, Zustandsmaßnahmen, Resilienzmaßnahmen und Transformationsmaßnahmen. Manche sind finanziell wenig attraktiv, aber technisch oder regulatorisch unvermeidbar. Die App soll diese Spannungen sichtbar machen, nicht durch eine Rangliste verdecken.


Meilenstein 4 — Technische Rückkopplung: Wirkannahmen sind keine stillen Erfolgsversprechen

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Technische Rückkopplung in der Entscheidungsansicht

Bild: Die Entscheidungsansicht zeigt nicht nur Kennzahlen, sondern auch offene Klärpunkte und Governance-Hinweise.

Zeitpunkt: April 2027

Situation im EVU: Im Techniktermin wird klar: Die Maßnahmen sind plausibel, aber nicht alle Wirkungen sind gleich belastbar. Manche Qualitäts- oder Effizienzannahmen beruhen auf Betriebserfahrung, andere auf Expertenschätzung. Eine Risikoannahme soll nicht in den Basiscase, sondern nur in eine Sensitivität.

Fachliche Frage: Welche Wirkung ist belegt, welche ist eine plausible Annahme und welche darf nur als prüfpflichtiger Klärpunkt in die Vorlage?

App-Beitrag: Wirkannahmen werden explizit gemacht. Sie werden nicht gelöscht, wenn sie unsicher sind, aber sie werden auch nicht automatisch zu harten Ergebnisbestandteilen. Vertrauensstufe, Governance-Status und Evidenz bleiben sichtbar.

Neue Fakten:

Ergebnis: Das Portfolio kann wirtschaftlich tragfähig sein, obwohl einzelne Wirkannahmen noch offen sind. Damit entsteht eine Befassungsgrundlage mit Klärpunkten statt ein hartes Ja/Nein.

Beraterhinweis: Nicht erklärbare Effekte sind keine KPIs. Sie sind Klärpunkte. Ein seriöser Beratungsprozess unterscheidet zwischen Rechenlogik, Evidenz und Managemententscheidung.


Meilenstein 5 — Konsolidierung: Management betrachtet Finanzbild, Erlöslogik und Haken gemeinsam

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Konsolidierung mit Managemententscheidung

Bild: Die Managementsicht verdichtet Entscheidungsreife, Jahr-1-Wirkung, IRR, Kapitalwert, Klärpunkte und nächsten Schritt.

Zeitpunkt: Mai 2027

Situation im EVU: Nach mehreren Fachterminen liegen Kosten, Aktivierbarkeit und wesentliche Wirkannahmen vor. Die Management-Befassung soll keine Detaildebatte wiederholen, sondern einordnen, ob das Portfolio als Befassungsvorlage weitergeführt werden kann.

Fachliche Frage: Ist das Portfolio finanzplanerisch tragfähig, regulatorisch erklärbar, technisch begründet und governance-seitig entscheidungsreif?

Warum die Positionierung nicht zu EOG-lastig sein darf: Die EOG ist für regulierte Sparten zentral, aber das Management entscheidet nicht allein über eine Erlösobergrenzenwirkung. Es entscheidet über Kapitalbindung, Umsetzungsrisiko, Finanzierungsfähigkeit, Ergebniswirkung, technische Notwendigkeit, Personal- und Lieferfähigkeit sowie regulatorische Erklärbarkeit.

App-Beitrag: Die App zeigt Kennzahlen und Haken gemeinsam. Sie reduziert die Entscheidung nicht auf eine einzelne Zahl. Der wichtigste Haken und der nächste Schritt bleiben sichtbar.

Neue Fakten / Rückkopplungen:

Ergebnis: Das Management ordnet ein: Die Vorlage soll erstellt werden, aber mit klar benannten Klärpunkten. Die App wird damit nicht zum automatischen Genehmigungswerkzeug, sondern zum transparenten Arbeitsstand.

Beraterhinweis: Eine gute Managementvorlage trennt Einordnung, Begründung und Klärbedarf. Die App sollte genau diese Trennung unterstützen: Was ist belastbar? Warum? Unter welcher Annahme? Mit welcher späteren Prüfung?


Meilenstein 6 — Befassungsvorlage: Aus Planung wird eine prüfbare Managementunterlage

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Management-Report Befassungsvorlage

Bild: Der Management-Report kombiniert Kennzahlen, Entscheidungsreife, Governance-Hinweise, Arbeitsstand und nächsten Schritt.

Zeitpunkt: Juni 2027

Situation im EVU: Vor der nächsten Befassung erstellt die Modellverantwortliche den Management-Report. Nach mehreren Befassungen kann jede Person sofort sehen, welcher Arbeitsstand vorliegt, was offen bleibt und welcher Klärbedarf in die Vorlage gehört.

Fachliche Frage: Kann ein Dritter nachvollziehen, welche Annahmen zum Zeitpunkt der Entscheidung galten und welche Punkte nicht abschließend geklärt waren?

App-Beitrag: Der Report übersetzt Modelllogik in entscheidbare Sprache. Er zeigt nicht nur Zahlen, sondern auch Arbeitsstand, nächster Schritt, offene Punkte und Governance-Hinweise.

Was EVU-Mitarbeiter wiedererkennen sollen: Eine Befassungsvorlage entsteht selten aus einem einzigen Rechenlauf. Sie entsteht aus abgestimmten Teilbeiträgen: Technik liefert Notwendigkeit und Zeitpunkt, Controlling liefert Budgetanschluss, Regulierungsmanagement liefert Anerkennungslogik, Bilanzierung liefert Aktivierbarkeit und Management verdichtet dies zu einer tragfähigen Einordnung.

Neue Fakten / abschließende Einordnung:

Ergebnis: Die Entscheidung wird anschlussfähig. Wer später in das Modell schaut, sieht nicht nur Zahlen, sondern auch die damalige Begründung und die vereinbarte Weiterarbeit.


Meilenstein 7 — Präsentation und Befassung: Aus Modelllogik wird ein verständlicher Arbeitsstand

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Befassungsvorlage

Bild: Die Befassungsvorlage reduziert Komplexität, ohne offene Annahmen zu verstecken.

Zeitpunkt: Ende Juni 2027

Situation im EVU: Für den Befassungskreis wird die Einseiter-Ansicht genutzt. Die Modellverantwortliche trägt Adressat, Datum und eine neutrale Einordnung ein. Die Vorlage übersetzt Rechen- und Governance-Logik in verständliche Befassungssprache.

Fachliche Frage: Was muss ein Befassungskreis wissen, um den Arbeitsstand verantwortlich einzuordnen, ohne in technische Detailmodellierung gezwungen zu werden?

App-Beitrag: Die Vorlage enthält Kennzahlen, Begründung, Risiken, Klärpunkte und Arbeitsstand. Sie unterstützt Druck/PDF und Archivierung, ohne Daten an ein Backend zu senden.

Aufklärungsleistung: Befassungskreise benötigen keine technische Detailmodellierung, aber sie benötigen eine faire Darstellung des Arbeitsstands. Dazu gehören: Warum ist die Maßnahme erforderlich? Welche finanzielle Wirkung wird erwartet? Welche regulatorische Annahme liegt zugrunde? Welche Risiken bleiben? Welche Klärpunkte müssen weitergeführt werden?

Befassung: Der Befassungskreis ordnet das priorisierte Maßnahmenpaket vorbehaltlich der dokumentierten Prüf- und Klärpunkte ein. Die App dient als Nachweis, welche Annahmen im Moment der Befassung galten.

Beraterhinweis: Eine Vorlage ist nicht besser, weil sie jede Zahl enthält. Sie ist besser, wenn sie die entscheidungsrelevanten Zusammenhänge und Unsicherheiten verständlich macht.


Meilenstein 8 — Archiv und Re-Entry: Wiederaufnahme nach Monaten bleibt möglich

Zur passenden Stelle in der Anwendung springen

Archiv und Re-Entry nach Befassung

Bild: Der Re-Entry zeigt, welcher Stand befasst wurde und welche Klärpunkte weiterlaufen.

Zeitpunkt: September 2027

Situation im EVU: Drei Monate nach der Befassung wird die Datei erneut geöffnet. Ohne alte Protokolle zu suchen, sieht die Modellverantwortliche im Prozessbereich: Arbeitsstand befasst, Umsetzung läuft, Klärpunkte bleiben Monitoringpunkte, Review nach erster Umsetzungsetappe.

Fachliche Frage: Kann der damalige Entscheidungsstand auch nach Wochen oder Monaten nachvollzogen werden?

App-Beitrag: Arbeitsstand, nächster Schritt, Zuständigkeit und Fälligkeit bleiben im Modell-JSON gespeichert. Das Modell kann zusammen mit Report und JSON-Export als Entscheidungsstand abgelegt werden.

Warum das im EVU-Alltag wichtig ist: Planungs- und Investitionsentscheidungen werden häufig über Monate weitergereicht. Personen wechseln, Termine verschieben sich, Annahmen altern. Ein wiederaufnahmefähiges Modell hilft, nicht wieder bei null zu beginnen.

Ergebnis: Die Planungsrunde endet nicht mit einer Befassung. Die offenen Wirkannahmen werden als Monitoringpunkte in die Umsetzung übertragen.


Lesebeispiel einer synthetischen Maßnahme

Maßnahme: Automatisierung eines Ortsnetzclusters mit Stationsmonitoring und Fernwirktechnik.

Technischer Anlass: Das Asset Management sieht steigende Lastspitzen, zunehmende Einspeisung und höheren manuellen Betriebsaufwand. Die Maßnahme soll Transparenz und Steuerbarkeit verbessern.

Wirtschaftsplan-Sicht: Die Maßnahme bindet Budget im Planjahr und muss mit anderen Investitionen konkurrieren. Entscheidend ist nicht nur die Gesamtsumme, sondern auch, wann Bestellungen, Inbetriebnahme und Aktivierung stattfinden.

HGB-/Bilanzierungs-Sicht: Hardware- und Installationsanteile können aktivierbar sein, Planungs- oder Schulungsanteile möglicherweise nicht. Die Nutzungsdauer muss fachlich und bilanziell plausibel sein.

Regulatorische Sicht: Eine potenzielle Wirkung auf Kapitalbasis, Kostenanerkennung, Qualität oder Effizienz darf nicht pauschal angenommen werden. Sie braucht Kontext, Evidenz und ggf. eine Sensitivität.

Finanzierungs-Sicht: Die Maßnahme verursacht Kapitalbindung. FK-Zins, Abschreibungsbeginn und Cashflow-Zeitpunkt beeinflussen die indikative Wirtschaftlichkeit.

Governance-Sicht: Wenn die technische Wirkung plausibel, aber noch nicht vollständig belegt ist, gehört sie nicht als harte Wahrheit in den Basiscase. Sie wird als Annahme oder prüfpflichtiger Punkt dokumentiert.

Befassungslogik: Eine positive Einordnung kann sinnvoll sein, wenn technische Notwendigkeit, Budgetfähigkeit und Klärstatus transparent sind. Die App zeigt dann nicht nur „lohnt sich“, sondern „unter welchen Annahmen und mit welchen offenen Punkten ist die Weiterarbeit vertretbar“.

Wie Ergebnisse zu lesen sind

Kennzahl / Hinweis Richtige Lesart Typischer Fehler
EOG-Wirkung regulatorische Erlösperspektive innerhalb des Modellkontexts als garantierten Cashflow lesen
Kapitalwert / NPV indikative Wirtschaftlichkeitsgröße auf Basis der Annahmen als alleinige Investitionsentscheidung verwenden
IRR Renditeindikator, stark abhängig von Cashflow-Annahmen Pflichtmaßnahmen wegen niedriger IRR automatisch zurückstellen
Tarif-/Jahresarbeitswirkung Orientierung zur Größenordnung als Preiszusage interpretieren
Klärpunkte Qualitätsmerkmal eines transparenten Prozesses als Fehler der App verstehen
Review-Status Governance-Signal zur Belastbarkeit als Genehmigung oder Ablehnung interpretieren
Szenarien Bandbreite und Sensitivität als Prognose verwechseln

Was die App bewusst nicht tut

Warum offline-first fachlich relevant ist

Finanzplanung in regulierten Sparten arbeitet mit sensiblen Daten: Investitionsprogramm, Kostenannahmen, regulatorische Werte, Projektzeitpläne, interne Prioritäten und Befassungsunterlagen. Ein offline lauffähiges Werkzeug reduziert die Hürde, solche Daten strukturiert zu bearbeiten, ohne sofort eine Plattform-, Cloud- oder Datenschutzentscheidung treffen zu müssen.

Offline-first heißt in diesem Projekt:

Öffentliche Quellen zum Weiterlesen

Diese Quellen dienen der fachlichen Orientierung. Sie ersetzen keine Einzelfallprüfung und sind nicht automatisch identisch mit den Modellannahmen der App.

Thema Quelle Warum relevant
Anreizregulierung Strom und Gas Bundesnetzagentur: https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Fachthemen/ElektrizitaetundGas/Netzentgelte/Anreizregulierung/start.html erklärt Grundprinzipien der Anreizregulierung, Regulierungsperioden und Erlöslogik
ARegV Gesetze im Internet: https://www.gesetze-im-internet.de/aregv/ rechtlicher Rahmen u.a. für Erlösobergrenzen, Qualitätselement, Effizienzvergleich und vereinfachtes Verfahren
EnWG Gesetze im Internet: https://www.gesetze-im-internet.de/enwg_2005/ energiewirtschaftlicher Rechtsrahmen, u.a. Netzbetrieb, Entflechtung und Rechnungslegungskontext
StromNEV Gesetze im Internet: https://www.gesetze-im-internet.de/stromnev/ Netzentgelt- und Kostenkontext für Stromnetze
GasNEV Gesetze im Internet: https://www.gesetze-im-internet.de/gasnev/ Netzentgelt- und Kostenkontext für Gasnetze
Marktstammdatenregister Bundesnetzagentur MaStR: https://www.marktstammdatenregister.de/MaStR öffentliche Datenbasis für Erzeugungsanlagen und energiewirtschaftliche Analysen
STROMDAO GmbH https://stromdao.de/ Hintergrund zu energiewirtschaftlicher Prozess-, Daten- und KI-Kompetenz
Cernion https://cernion.de/ Entscheidungsplattform für Stadtwerke mit Fokus auf MaStR-, Netz- und Vertriebsanalysen

Kurzfazit der Userstory

Die fiktive Planungsrunde zeigt drei zentrale Nutzungsmuster:

Damit wird die App zu einem Begleiter für echte Finanzplanung in regulierten Sparten: nicht als deterministische Entscheidungsmaschine, nicht als isolierter EOG-Rechner, sondern als nachvollziehbarer, lokaler und prüfbarer Entscheidungsraum für VNB-Portfolios.


STROMDAO GmbH und Cernion

Die STROMDAO GmbH positioniert sich öffentlich als Anbieter für digitale Energieinfrastruktur für Stadtwerke, Netzbetreiber und kommunale Versorger. Auf ihrer Website beschreibt STROMDAO Leistungen rund um Interims Management, Marktkommunikation, Daten und APIs sowie KI-gestützte Werkzeuge für energiewirtschaftliche Prozesse.

Für den Kontext dieser Userstory ist vor allem der Arbeitsmodus relevant: energiewirtschaftliche Komplexität wird nicht durch eine einzelne Kennzahl gelöst, sondern durch strukturierte Daten, nachvollziehbare Annahmen, klare nächste Schritte und entscheidungsfähige Unterlagen. Genau diese Logik verbindet die App mit der Beratungs- und Werkzeugperspektive von STROMDAO.

Cernion wird öffentlich als Entscheidungsplattform für Stadtwerke beschrieben. Laut cernion.de automatisiert Cernion MaStR-, Netz- und Vertriebsanalysen für kommunale Energieversorger und übersetzt Energiedaten in belastbare Entscheidungen. Beispiele auf der Website nennen unter anderem Netzplanung und Asset Management, §14a-Kontext, E-Mobility-Analysen, CAPEX-Optimierung, Reports, Annahmen und nächste Schritte.

Der Szenarienrechner-EOG ist davon als Open-Source-Werkzeug zu unterscheiden: Er bleibt offline-first, generisch, transparent und lokal ausführbar. Fachlich passt er aber in dieselbe Denkweise: EVUs und VNBs sollen von verstreuten Tabellen und impliziten Annahmen zu nachvollziehbaren Entscheidungsständen kommen. Cernion adressiert breitere energiewirtschaftliche Daten- und Analyseprozesse; der Szenarienrechner fokussiert auf die strukturierte Finanzplanung regulierter Sparten und die dafür notwendige Maßnahmen-, Wirkungs- und Governance-Logik.

Weiterführende Links: