Userstory: Finanzplanung regulierter Sparten im Verteilnetz
Untertitel: Digitale Akte für regulierte Sparten: Maßnahmen bewerten, Evidenz führen, Klärfälle bearbeiten, Stresstest dokumentieren und Befassungen vorbereiten.
Kurzfassung: Der Szenarienrechner ist kein reiner EOG-Rechner. Er ist eine offline lauffähige digitale Akte für die Finanzplanung regulierter Sparten. Die App unterstützt EVUs und VNBs dabei, technische Maßnahmen, Wirtschaftsplan, HGB-/Controlling-Sicht, regulatorische Wirkung, Finanzierung, Risiken, Evidenz, Klärfälle, Stresstest und Befassungsreife in einem gemeinsamen Arbeitsstand zusammenzuführen.
Was diese Userstory leistet: Sie beschreibt nicht nur Klickpfade in der App. Sie erzählt eine fiktive, aber typische Planungsrunde in einem regionalen EVU so, wie ein externer Senior Consultant sie begleiten würde: mit Rollenklärung, Datenanforderung, fachlicher Einordnung, Klärpunkten, Befassungsnotizen, Stresstest-Parametern und einer nachvollziehbaren Vorlage für Management und Befassungskreis.
Wichtig: Alle Rollen, Zahlen, Namen, Orte, Screenshots, Termine und Maßnahmen sind synthetisch. Die Story enthält keine produktiven Standardwerte und keine Referenz auf reale Netzbetreiber oder interne Unterlagen. Die App ersetzt keine regulatorische, steuerliche, bilanzielle oder rechtliche Beratung.
Executive Summary: Worum geht es bei der App?
Viele Investitions- und Finanzplanungsrunden in regulierten Sparten starten mit technischen Bedarfen: Ersatzinvestitionen, Netzautomatisierung, Engpassbeseitigung, Digitalisierung, Netzverstärkung, Rückbau, Transformationsmaßnahmen oder Reinvestitionen. Spätestens in der Wirtschaftsplanung reicht eine technische Maßnahmenliste aber nicht mehr aus. Die Maßnahmen müssen in eine gemeinsame Akten- und Befassungslogik übersetzt werden.
Die App hilft dabei, aus einer Maßnahmenliste einen prüfbaren Planungsstand zu machen:
- Wirtschaftsplanung: Welche Kosten fallen wann an, welche Budgets werden belastet, wie passt die Maßnahme in die Mittelfristplanung?
- HGB- und Controlling-Sicht: Was ist aktivierbar, was ist Aufwand, welche Nutzungsdauer und Abschreibung sind plausibel?
- Regulatorische Sicht: Welche Wirkung kann in der Erlöslogik relevant sein, welche Annahmen sind nur Sensitivitäten, welche Punkte müssen geprüft werden?
- Finanzierungs- und Renditesicht: Welche Kapitalbindung entsteht, wie wirken Fremdkapitalzins, Cashflows, IRR und Kapitalwert indikativ?
- Portfolio-Sicht: Welche Maßnahmen konkurrieren um Budget, Personal, Kapital und Entscheidungsaufmerksamkeit?
- Akten- und Governance-Sicht: Welche Werte sind belegt, welche sind Annahmen, welche Punkte brauchen Evidenz, Befassung oder eine spätere Klärung?
Die EOG ist dabei ein wichtiger Teil der Betrachtung, aber nicht der alleinige Zweck. Die praktische Fragestellung lautet breiter: Wie wird Finanzplanung für regulierte VNB-Sparten so strukturiert, dass Technik, Regulierung, Controlling, Bilanzierung und Management denselben Arbeitsstand sehen?
Warum das im EVU-Alltag schwierig ist
In der Praxis liegen die relevanten Informationen oft verteilt vor:
- Asset Management und Netzbetrieb kennen technische Notwendigkeit, Zustand, Störungen, Engpässe und Umsetzungsrisiken.
- Controlling kennt Budgetrahmen, Wirtschaftsplan, Liquidität, Plan-/Ist-Strukturen und Investitionseinordnungen.
- Regulierungsmanagement kennt Regulierungsbescheide, Erlöslogik, Verfahrensstatus, Kapitalkostenmechanik und regulatorische Grenzen.
- Anlagenbuchhaltung und Bilanzierung kennen Aktivierbarkeit, Nutzungsdauern, Anlagenklassen, HGB-Abschreibung und Abgrenzung zu Aufwand.
- Geschäftsführung, Aufsichtsrat, Betriebsausschuss oder andere Befassungskreise benötigen eine verdichtete, faire Arbeitsunterlage.
Ohne gemeinsame Struktur entstehen typische Reibungen: technische Maßnahmen werden kaufmännisch zu spät übersetzt, regulatorische Effekte werden zu optimistisch interpretiert, Aktivierbarkeit wird als selbstverständlich angenommen, offene Punkte verschwinden in Protokollen und nach einigen Wochen ist unklar, welcher Arbeitsstand eigentlich beraten wurde.
Die App adressiert genau diese Lücke. Sie macht aus einer losen Maßnahmenliste einen lokalen, exportierbaren und wiederaufnahmefähigen Arbeitsstand.
Regulierter Finanzplanungsprozess in einem Satz
Regulierte Finanzplanung bedeutet nicht: eine EOG-Zahl berechnen und daraus eine Entscheidung ableiten. Sie bedeutet: Investitionen und Maßnahmen so aufzubereiten, dass Budget, Kapitalbindung, Aktivierung, Abschreibung, regulatorische Einordnung, Finanzierung, Risiko, Evidenz und Befassungsunterlage konsistent zusammenpassen.
Die fünf Sichten auf eine Maßnahme
| Sicht | Typische Frage | Typischer Lieferant im EVU | Was die App strukturiert |
|---|---|---|---|
| Technische Sicht | Warum ist die Maßnahme erforderlich und wann muss sie umgesetzt werden? | Netzbetrieb, Asset Management, Projektleitung | Maßnahmentyp, Jahr, Risiko, Wirkannahmen, Notizen |
| Wirtschaftsplan-Sicht | Wann wird welches Budget benötigt? | Controlling, Spartenleitung, Projektcontrolling | Kosten, Szenario, Aktivität, Portfolioeinordnung |
| HGB-/Bilanzierungs-Sicht | Was ist aktivierbar, welche Nutzungsdauer ist plausibel? | Anlagenbuchhaltung, Bilanzierung | aktivierbarer Anteil, Nutzungsdauer, AfA-Kontext |
| Regulatorische Sicht | Welche Kosten und Wirkungen sind in der regulierten Sparte relevant? | Regulierungsmanagement | EOG-/Kapitalbasis-Kontext, Verfahren, Q-/Effizienz-/Risikowirkungen als Annahmen |
| Akten-/Governance-Sicht | Was ist belastbar, was bleibt Befassungs- oder Klärbedarf? | Management, Befassungskreis, Modellverantwortung | Evidenz, Befassungsnotizen, Klärpunkte, Prozessstatus, Report |
Prozessübersicht
Technischer Bedarf → Datenanforderung → Stammdaten und Modellrahmen → Maßnahmenportfolio → Evidenz & Systeme → Prüfen & Klären → Stresstest → Präsentation/Befassungsvorlage → Export und Wiedereinstieg.
Die App ist entlang dieses Beratungsprozesses zu lesen. Sie ist nicht primär ein Formular, sondern ein gemeinsamer Arbeitsraum für die Frage: Was wissen wir, was nehmen wir an, was ist offen, und was kann verantwortbar in die nächste Befassung gehen?
Rollen in der Story
| Rolle | Aufgabe in der Planungsrunde | Typischer Beitrag zur App |
|---|---|---|
| Modellverantwortung | hält Arbeitsstand, Modellstruktur und nächste Schritte zusammen | Stammdaten, Prozessstatus, Import/Export, Report |
| Regulierungsmanagement | prüft regulatorischen Kontext und Grenzen | EOG, Kapitalbasis, Verfahren, Anerkennungslogik, Wirkannahmen |
| Anlagenbuchhaltung / Bilanzierung | bewertet Aktivierung, Nutzungsdauer und HGB-Sicht | aktivierbarer Anteil, AfA, Abgrenzung CAPEX/OPEX |
| Netzbetrieb / Asset Management | bewertet technische Notwendigkeit, Zustand und Risiko | Maßnahmen, Umsetzungsjahr, technische Evidenz, Risikohinweise |
| Controlling / Finanzierung | plausibilisiert Budget, Liquidität und Finanzierung | Kosten, FK-Zins, Kapitalwert, Wirtschaftsplananschluss |
| Management / Befassungskreis | ordnet Priorisierung, Risiken und offene Punkte ein | Report, Präsentation, Befassungsnotizen, offene Punkte, Nachverfolgung |
Welche Unterlagen typischerweise benötigt werden
| Unterlage / Datenquelle | Wofür sie gebraucht wird | Typischer Klärpunkt |
|---|---|---|
| Wirtschaftsplan und Mittelfristplanung | Budgetpfad, Investitionsrahmen, Priorisierung | Passt die Maßnahme zeitlich und betragsmäßig in den Plan? |
| Maßnahmenliste / Investitionsprogramm | Portfolioaufbau, Projektstatus, Kosten | Ist die Liste vollständig und vergleichbar strukturiert? |
| Regulierungsbescheid / EOG-Informationen | regulatorischer Rahmen und Referenzgröße | Welche Werte sind aktuell, welche nur Planannahmen? |
| Anlagenbuchhaltung / Anlagevermögen | Aktivierbarkeit, Nutzungsdauer, Kapitalbasis | Stimmen HGB- und regulatorische Sicht überein oder nicht? |
| Mengenplanung / Jahresarbeit | indikative Entgelt- oder Kundenauswirkung | Welche Menge ist für die Betrachtung belastbar? |
| technische Zustands- und Störungsdaten | Risiko, Notwendigkeit, Priorität | Ist eine Wirkung belegt oder nur plausibel angenommen? |
| Finanzierungsannahmen | FK-Zins, Kapitalbindung, Renditesicht | Welche Annahme ist Unternehmensplanung, welche Sensitivität? |
| Befassungskalender und Fristen | Timing der Vorlage | Welche offenen Punkte müssen bis wann geklärt oder bewusst offen geführt sein? |
Wie diese Story zu lesen ist
Jeder Meilenstein folgt demselben Muster:
- Situation im EVU: Was passiert organisatorisch?
- Fachliche Frage: Welche kaufmännische, regulatorische oder technische Unsicherheit steht im Raum?
- App-Beitrag: Welche Funktion strukturiert den Arbeitsschritt?
- Ergebnis: Welches Artefakt liegt danach vor?
- Beraterhinweis: Worauf würde ein externer Senior Consultant achten?
Die Screenshots sind Momentaufnahmen synthetischer Demodaten. Sie zeigen nicht „die richtige Zahl“, sondern eine wiedererkennbare Arbeitsweise: Kick-off, Akte, Maßnahmenkatalog, Evidenz & Systeme, Prüfen & Klären, Stresstest, Präsentation, Befassungsvorlage und Re-Entry.
Bidirektionale Navigation
Diese Story ist mit der Live-Anwendung verknüpft:
- Jeder Meilenstein enthält einen Link „Zur passenden Stelle in der Anwendung springen“.
- Die Anwendung zeigt im Prozesshinweis den Link „Story: …“ zurück zum passenden Kapitel.
- Die App-Links nutzen synthetische Demodaten und setzen Phase, Sicht und Arbeitsstand passend zum Story-Meilenstein.
Projektplan als Struktur-Element
Die gleiche Meilensteinlogik gibt es in der App zusätzlich als Projektplan. Dort wird die erzählende User-Story zu einer operativen Planungsrunde: neun Meilensteine, Rollen-Swimlanes, abhakbare Aufgaben, Fälligkeiten, Abhängigkeiten, aus Klärfällen gespiegelte Aufgaben und Deep-Links in die passende App-Sicht.
Für ein EVU ist dieser Projektplan der Unterschied zwischen „wir haben gerechnet“ und „wir wissen, wer bis wann welchen Klärpunkt erledigt“. Er zeigt die nächste fällige Aufgabe insgesamt und je Rolle, sperrt abhängige Aufgaben, solange Vorgänger nicht erledigt sind, und erlaubt eigene EVU-spezifische Aufgaben. Template-Schritte, die in einer konkreten Runde nicht passen, werden nicht gelöscht, sondern bewusst als „nicht zutreffend“ übersprungen.
Typische Nutzung in dieser Story:
- Im Kick-off öffnet die Modellverantwortung den Projektplan und prüft Rollen, Befassungstermin und erste Aufgaben.
- In Initialisierung und Datenerhebung werden Datenanforderungen, Quellen und offene Punkte als Aufgaben geführt.
- In Maßnahmenbewertung und technischer Rückkopplung landen Aktivierbarkeit, Doppelzählungsprüfung, Systemreferenzen und Wirkannahmen als verantwortete Arbeitspakete.
- Vor Präsentation und Befassungsvorlage zeigt der Plan, welche Klärfälle, Befassungsnotizen, Evidenzpunkte und Lesehinweise noch fehlen.
- Nach einer Befassung reist der Projektplan im JSON-Export oder in HTML mit Daten speichern mit und bildet den Einstieg in die Folgerunde.
Damit wird die App zum wiederaufnahmefähigen Arbeitsstand: Kennzahlen, Annahmen, Report, Befassungen und Projektsteuerung bleiben in einer Datei verbunden.
Aktueller Arbeitsmodus: Akte, Grundlagen, Bearbeiten, Evidenz, Klärung, Präsentation, Export
Die aktuelle Anwendung ist als digitale Akte organisiert. Der Einstieg zeigt nicht mehr möglichst viele Eingabefelder, sondern einen kompakten Arbeitsstand: Sparte, Phase, Entscheidungsreife, aktive Maßnahmen, offene Klärpunkte, Evidenzlage und nächster Schritt. Von dort führt die Navigation in die operativen Arbeitsräume:
- Grundlagen: Stammdaten, Modellrahmen, Szenarioannahmen und konservative Stresstest-Parameter pflegen.
- Bearbeiten: Maßnahmenwerte, Wirkannahmen, Systemreferenzen, Budget-Tragfähigkeit und fachliche Notizen bearbeiten.
- Evidenz & Systeme: Sidecar-Objekte, Systemreferenzen, Rückspielwege, Datenqualität und wirtschaftliche Überleitung bearbeiten.
- Prüfen & Klären: deterministische Kanban-Karten aus Wirkannahmen, Warnungen, Maßnahmen-Evidenz, Dokumentationslücken, Tragfähigkeitslogik und Sidecar-Klärfragen abarbeiten.
- Präsentation: eine fokussierte Start- und Befassungsansicht mit Arbeitsstand-Score, Kontext und nächsten Klärfragen öffnen.
- Export: JSON, HTML mit Daten, Tabellenexport, Report und KI-Prompt bewusst erzeugen.
Der wichtigste Unterschied zur früheren Rechnerlogik: Die App zeigt nicht nur, was rechnerisch herauskommt, sondern auch, welche Evidenz, Dokumentation und Befassung noch fehlen. Ein guter Arbeitsstand ist daher nicht automatisch der Stand mit dem höchsten Kapitalwert, sondern der Stand, dessen Annahmen, Quellen, offenen Punkte und nächsten Arbeitsschritte nachvollziehbar sind.
Budget-Tragfähigkeit: Maßnahmen für knappe Budgetrunden klassifizieren
Neben Kosten und Kennzahlen braucht eine Planungsrunde eine Management-Sprache dafür, warum eine Maßnahme im knappen Budgetrahmen tragfähig ist. Die App führt deshalb je Sparte eine zusätzliche, KPI-neutrale Maßnahmenklassifikation. Strom und Gas werden nicht gemischt aggregiert.
Die fünf Klassen sind:
- Regulatorisches Muss: rechtliche, regulatorische, vertragliche, Sicherheits- oder Compliance-Gründe.
- Substanzerhalt / Versorgungssicherheit: Erhalt der Netzsubstanz, Zustandsrisiko, Störungsvermeidung oder Betriebsfähigkeit.
- Transformation / No-Regret: robuste Maßnahme über mehrere Transformationspfade hinweg.
- Strategische Option: zukünftige Anschluss-, Steuerungs-, Zielnetz- oder Flexibilitätsfähigkeit.
- Synergie / Timing: Maßnahme hängt an einem Bau-, Koordinations- oder Bündelungsfenster.
Situation im EVU: In der Budgetrunde reicht die Aussage „alles ist Muss“ nicht. Management und Controlling müssen erkennen, ob ein Posten gesetzlich gebunden, substanzerhaltend, transformationsrobust, strategisch optional oder zeitfensterkritisch ist.
App-Beitrag: Die Ansicht Budget-Tragfähigkeit verdichtet pro Sparte Anzahl, CAPEX, offene Klärungen und abgeleitete Einordnungen je Kategorie. Im Maßnahmeneditor kann die Kategorie manuell gesetzt oder konservativ aus vorhandenen Feldern abgeleitet werden. Abgeleitete Klassifikationen bleiben reviewpflichtig und erzeugen Klärpunkte, wenn Tragfähigkeits- oder Refinanzierungsbrücken fehlen.
Ergebnis: Aus der Maßnahmenliste wird keine automatische Priorisierungsentscheidung. Sie erhält aber eine nachvollziehbare Einordnung: Welche Maßnahmen sind Pflicht, welche bewahren Substanz, welche sind Optionen, welche hängen am Timing und wo fehlt noch die wirtschaftliche Überleitung.
Beraterhinweis: Ein Senior Consultant würde diese Schicht nicht als neue Rechenlogik verwenden. Sie ist eine Befassungs- und Budgetsteuerungsschicht. EOG, RAB, IRR, Kapitalwert und Risikowerte bleiben unverändert; die Klassifikation erklärt nur, welche Tragfähigkeitslogik zu prüfen oder zu dokumentieren ist.
Prüfen & Klären: Kanban und Befassungs-Workbench
Offene Punkte werden nicht mehr nur als lange Liste geführt. Die App erzeugt Kanban-Karten deterministisch aus verschiedenen Ursachen:
- Hohe Steuerungswirkung: Wirkannahmen, Gas-Transformationswarnungen, konservativer Stresstest, Nutzungsdauer-/KANU-Fragen oder Maßnahmennotizen mit hoher fachlicher Wirkung.
- Evidenz / Systeme: fehlende Systemreferenzen, unklare Rückspielwege, nicht belegte Störungs-/Risikowirkung, schwache Evidenz, offene Sidecar-Klärfragen oder offene wirtschaftliche Überleitung.
- Dokumentation: fehlende Akten-/Ziel-Zuordnung, fehlende Maßnahmendokumentation, nicht dokumentierte Befassung oder unklare Provenienz.
- Geklärt: Punkte, die mit Befassungsnotiz nachvollziehbar abgeschlossen wurden.
Wählt ein Nutzer in Prüfen & Klären einen Klärfall, öffnet sich eine Split-Workbench. Links bleibt die betroffene Maßnahme oder Datenstelle bearbeitbar. Rechts bleibt der aktive Klärpunkt sichtbar: Aufgabe, relevantes Feld, neue Befassungsnotiz, bisherige Befassungen, Projektplanstatus und die Aktionen Befassungsnotiz speichern oder Klärpunkt abschließen.
Damit sind zwei Dinge bewusst getrennt: Die permanente Maßnahmennotiz oder das Datenfeld beschreibt den fachlichen Inhalt. Die Befassungsnotiz dokumentiert zeitpunktbezogen, was geprüft, ergänzt, vertagt oder abgeschlossen wurde. Wird nur eine Zwischenlage protokolliert, bleibt der Klärfall offen. Wird der Punkt hinreichend geklärt, wird er abgeschlossen und im Projektplan gespiegelt.
Konservativer Stresstest: Parameter statt Scheinsensitivität
Die App unterscheidet ausdrücklich zwischen einem wirklich konservativen Szenario und einem nur kopierten Basisszenario. Wenn Basis und konservativ bei NPV, IRR oder EOG-Wirkung identisch oder nahezu identisch sind, erscheint Stresstest offen. Das bedeutet nicht, dass das Portfolio robust ist, sondern dass noch keine eigenständige Sensitivität gepflegt wurde.
Die Stresstest-Workbench liegt unter Grundlagen → Bearbeiten einblenden → Konservativer Stresstest / Stresstest-Parameter. Dort werden Basiswert und konservativer Wert gegenübergestellt, zum Beispiel Attributionsdeckel, Q-/E-Faktor, Mindest-Diskontsatz und Umgang mit Wirkannahmen. Nach der Parametrisierung gehört das Ergebnis in die Befassung: Welche Parameter wurden geschärft, warum wurden genau diese Werte gewählt, trägt der konservative Fall weiter und welche Punkte bleiben offen?
Evidenz & Systeme: Sidecar als Arbeitsraum für Quellen, Datenqualität und Steuerungsfähigkeit
Nicht jedes bewertungsrelevante Wissen ist eine Maßnahme. In einer Planungsrunde tauchen Quellen, Datenqualitätsfragen, vorgelagerte Netzthemen, Anschlussanfragen, Asset-Mapping, Steuerbarkeit, Wärmeplanung oder externe Abhängigkeiten auf. Diese Informationen dürfen nicht in die Maßnahmenliste „hineingedrückt“ werden, weil sie sonst wie CAPEX- oder EOG-wirksame Objekte wirken könnten. Sie dürfen aber auch nicht außerhalb des Arbeitsstands verschwinden.
Situation im EVU: Während der Datenerhebung stellt sich heraus, dass eine Maßnahme von einer Lastanfrage, einem GIS-/Anlagenbuchhaltungs-Mapping, einem Netzfahrplan, einem Stilllegungsgebiet oder einer externen Quelle abhängt. Die Information ist entscheidungsrelevant, aber noch keine Investitionsmaßnahme.
Fachliche Frage: Ist dieser Punkt eine Maßnahme oder ein Kontext-/Evidenzobjekt? Wird daraus sofort eine Rechenwirkung, oder ist es zunächst ein Arbeitsauftrag für Datenqualität, Quelle, Steuerungsfähigkeit oder Szenarioannahme?
App-Beitrag: Der Bereich „Evidenz & Systeme“ führt solche Sidecar-Objekte getrennt von der Maßnahmenliste. Jedes Objekt erhält Sparte, Objektklasse, Status, Evidenzstatus, Rechenwirkung, Sensitivität, Exportstatus, Quellenreferenzen, offene Fragen und optionale Verknüpfungen zu Maßnahmen oder Szenarien. Strom nutzt andere Einstiegskategorien als Gas: Bei Strom stehen zum Beispiel Netzkoppelung, Lastanfragen, Steuerbarkeit, Redispatch, iMSys/CLS, Netzfahrplan oder Datenqualität im Vordergrund; bei Gas eher Kunden-/Lastpfade, Stilllegung/Rückbau, Wärmeplanung, Umwidmung/Wasserstofffähigkeit, No-Regret-Kontext oder Asset-Mapping.
Ergebnis: Der Arbeitsstand kann erklären, welche Quellen und Datenpfade eine Bewertung stützen oder blockieren, ohne die CAPEX-, OPEX-, RAB-, EOG- oder Portfolio-KPIs zu verunreinigen. Sidecar-Objekte sind standardmäßig nicht KPI-wirksam. Eine Rechenwirkung entsteht nur, wenn sie später bewusst quantifiziert, verknüpft und explizit aktiviert würde.
Beraterhinweis: Ein Senior Consultant würde Kontextwissen nicht als Freitext am Rand stehen lassen. Er würde aber genauso verhindern, dass Datenqualitäts- oder Prozessobjekte wie Investitionsmaßnahmen aussehen. Der Sidecar schafft genau diese Zwischenebene: sichtbar, prüfbar, exportierbar und verknüpfbar — aber nicht automatisch entscheidungs- oder rechenwirksam.
Typische Nutzung in dieser Story:
- In der Datenerhebung wird eine Datenquelle als Sidecar-Quelle geführt, statt als Maßnahme.
- Eine unklare Anlagenklassenzuordnung wird als Datenqualitätsobjekt mit Verantwortlichkeit dokumentiert.
- Ein Strom-Netzfahrplan oder eine Lastanfrage wird mit relevanten Maßnahmen verknüpft, bleibt aber ohne validierte Wirkung nicht KPI-wirksam.
- Ein Gas-Stilllegungs- oder Wärmeplanungskontext wird im Sidecar sichtbar, während konkrete Rückbau- oder Reinvestitionsmaßnahmen separat bewertet werden.
- Management Report und KI-Prompt erhalten eine verdichtete Sidecar-Zusammenfassung, keine ungefilterte Detailablage.
Gas-Transformationspfad: Stilllegung, Rückbau und Rückstellungen strukturieren
Bei Gasnetzen reicht eine klassische Reinvestitionssicht nicht aus. Eine Maßnahme kann Weiterbetrieb sichern, eine Stilllegung vorbereiten, physischen Rückbau auslösen, im Boden belassen werden oder als H2-/Umwidmungsoption offen bleiben. Gleichzeitig entstehen bilanzielle und regulatorische Klärfragen: Rückstellungsfähigkeit, Wegfall der sogenannten Ewigkeitsvermutung, Kostenabgrenzung zwischen Stilllegung und Rückbau, KANU-/AfA-Wirkung, KAnEu-/Ist-Kosten-Behandlung und spätere Netzentgeltwirkung.
Situation im EVU: In einer Gas-Planungsrunde wird eine Maßnahme nicht nur als Kostenposition bewertet. Bilanzierung fragt, ob eine Verpflichtung und ein belastbarer Erfüllungszeitpunkt vorliegen. Regulierungsmanagement fragt, ob ein Kostenpfad, KAnEu-/Ist-Kosten-Behandlung oder ein noch unsicherer Ruleset-Stand betroffen ist. Asset Management fragt, ob technisch weiterbetrieben, stillgelegt, zurückgebaut oder umgewidmet werden soll.
Fachliche Frage: Welche Herleitung ist erforderlich, bevor ein Wert in Befassungsvorlage, Wirtschaftsplan oder Rückstellungsdiskussion auftauchen darf?
App-Beitrag: Bei Sparte Gas zeigt die App im Maßnahmenformular den Gas-Transformationspfad. Dort werden Pfad, Objektart, Pflicht-/Anspruchsgrund, Ewigkeitsvermutung, Rückstellungs-Check, regulatorische Behandlung und Evidenz dokumentiert. Die App formuliert daraus HGB-/Rückstellungsfragen und regulatorische Klärfragen, trifft aber keine automatische Rückstellungs-, Rückbaupflicht- oder Anerkennungsentscheidung. Wenn eine lange Gas-Nutzungsdauer nach Wegfall der Ewigkeitsvermutung über den KANU-/Transformationshorizont hinausläuft, zeigt sie zusätzlich „Nutzungsdauer-Entscheid erforderlich“ und verlangt eine bewusste fachliche Einordnung, bevor Kennzahlen unkritisch verwendet werden.
Ergebnis: Stilllegung, Rückbau, Reinvestition, H2-/Umwidmung und Belassen im Boden werden nicht als freie Notiz versteckt, sondern als prüfpflichtige Fachschicht im Arbeitsstand geführt. Bei Strom bleibt diese Ebene ausgeblendet und ohne Wirkung.
Beraterhinweis: Ein Senior Consultant würde gerade bei Gas verhindern, dass „dauerhafter Weiterbetrieb“ ungeprüft als Default bestehen bleibt. Der Wegfall der Ewigkeitsvermutung wird deshalb als Option sichtbar gemacht: nicht als automatische Bilanzierungsentscheidung, sondern als Anlass, Verpflichtung, Kostenhöhe, Zeitpunkt, Wahrscheinlichkeit und regulatorische Behandlung sauber zu prüfen.
Aktualitätsprüfung und GitHub-Support als Vertrauensschicht
Eine Planungsrunde kann mehrere Monate dauern. In dieser Zeit können sich nicht nur Kosten, Projekte oder Befassungsfristen verändern, sondern auch die regulatorische Einordnung: neue Festlegungen, Konsultationsstände, Parameterstände oder Hinweise aus der Praxis. Gerade deshalb reicht es nicht, eine offline gespeicherte HTML-Datei nur als Rechenstand zu betrachten. Sie muss auch zeigen, auf welchem App-Stand und welchem Regulierungsstand sie beruht.
Situation im EVU: Die Modellverantwortung öffnet im Juni einen Arbeitsstand, der im Januar vorbereitet wurde. Die Datei funktioniert weiterhin offline und enthält alle Nutzdaten. Gleichzeitig stellt sich die Frage: Arbeiten wir noch mit der aktuellen App-Version? Ist der verwendete Regulierungsparameterstand noch derselbe? Gibt es einen neueren Konsultations- oder Festlegungsstand, der für die Vorlage zumindest erwähnt werden muss?
Fachliche Frage: Wie kann ein EVU Aktualität prüfen, ohne die Datensouveränität der Offline-Datei aufzugeben oder vertrauliche Modellwerte an einen Server zu senden?
App-Beitrag: Die App trennt zwei Versionsachsen. Die eine Achse ist die Anwendung selbst: App-Version, Build-Commit, Build-Zeit und erwarteter SHA-256 des Single-File-Artefakts. Die zweite Achse ist der Regulierungsparameterstand: Ruleset-ID, Wirksamkeitsmonat, Konfidenzgrad und Quellenreferenz. Im Footer erscheint ein Badge zum aktiven Regulierungsstand; Report und Exporte stempeln diesen Stand mit ein.
Die Aktion „Aktualität prüfen“ ist bewusst kein automatischer Hintergrunddienst. Sie wird nur durch den Nutzer ausgelöst und erst nach Bestätigung ausgeführt. Die App liest dann einmalig eine öffentliche release-manifest.json von GitHub Pages. Dabei werden keine Modell-, Maßnahmen-, localStorage- oder Browserdaten übertragen. Das Ergebnis lautet getrennt: App aktuell oder veraltet; Regulierungsstand aktuell oder veraltet; ggf. mit Changelog, Quellenreferenz und erwarteter Prüfsumme.
GitHub-Support in der Story: Wenn die Runde einen Fehler, eine fachliche Unklarheit oder eine neue regulatorische Quelle erkennt, öffnet „Feedback / Support melden“ ein vorbefülltes GitHub-Issue im Browser. Es wird nichts automatisch gesendet. Der Nutzer sieht die Meldung, kann sie ändern und sendet sie selbst ab. Standardmäßig enthält die Meldung nur nicht-sensitive Metadaten wie App-Version, Build-Commit, Ruleset-ID, Konfidenz und letzter Aktualitätscheck — keine Maßnahmenwerte und keine Modelldaten. Für Umgebungen ohne GitHub-Zugriff erzeugt „Support-Paket exportieren“ eine kleine JSON-Datei mit demselben Kontext, die intern geprüft und auf anderem Weg weitergegeben werden kann.
Ergebnis: Die Offline-Datei bleibt souverän und versandfähig, bekommt aber eine kontrollierte Brücke zur Außenwelt: Aktualität kann geprüft, Regulierungsänderung kann gemeldet und Support kann strukturiert angefragt werden, ohne dass aus der App eine Cloud-Anwendung wird.
Beraterhinweis: Ein Senior Consultant würde hier nicht nur fragen: „Ist die Zahl richtig?“ Er würde fragen: „Auf welchem Regelstand wurde gerechnet, wie verbindlich ist dieser Stand, wann wurde zuletzt geprüft und welche Quelle belegt die Änderung?“ Genau diese Fragen macht die App sichtbar. Provisorische Planung auf Konsultationsständen wird dadurch möglich, aber nie als rechtskräftige Wahrheit getarnt.
Typische Nutzung in dieser Story:
- Vor der Befassungsvorlage prüft die Modellverantwortung die Aktualität des App- und Ruleset-Stands.
- Bei einem neueren Regulierungsstand wird die Vorlage nicht automatisch geändert, sondern der Hinweis als Klärpunkt dokumentiert.
- Bei einer fachlichen Abweichung oder vermuteten Parameteränderung wird ein GitHub-Issue mit öffentlicher Quelle vorbereitet.
- Wenn GitHub im EVU-Netz nicht erreichbar ist, wird ein Support-Paket exportiert und intern weitergegeben.
- Im archivierten Entscheidungsstand bleibt nachvollziehbar, wann zuletzt geprüft wurde und welcher Regulierungsstand im Report verwendet wurde.
Damit ergänzt die Aktualitätsprüfung die Offline-Fähigkeit, statt sie zu schwächen: Die App bleibt lokal, aber sie macht sichtbar, wann sich die regulatorische Wirklichkeit außerhalb der Datei bewegt hat.
KI-Prompt-Export als Übersetzungsschicht
Viele Planungsstände scheitern nicht an fehlenden Zahlen, sondern daran, dass dieselben Zahlen für verschiedene Rollen unterschiedlich erklärt werden müssen. Ein Aufsichtsrat braucht keine Engine-Details, Controlling keine kommunalpolitische Erzählung, Regulierungsmanagement keine vereinfachte Bürgerfassung. Gleichzeitig dürfen sensible Planungsdaten nicht automatisch an einen KI-Dienst übertragen werden.
Situation im EVU: Nach der Konsolidierung liegt ein Arbeitsstand mit KPIs, Szenarien, Projektplan, offenen Klärpunkten, Befassungsnotizen und Stresstest-Parametern vor. Die Modellverantwortung möchte daraus eine verständliche Management- oder Befassungserklärung vorbereiten. Im Unternehmen ist ein eigenes KI-System freigegeben, aber die Offline-App soll selbst keine Verbindung dorthin aufbauen.
Fachliche Frage: Wie kann die App die Übersetzungsleistung einer KI nutzbar machen, ohne selbst zur Cloud-Anwendung zu werden?
App-Beitrag: Über „KI-Prompt erstellen“ erzeugt die App lokal einen rollenspezifischen Arbeitsauftrag. Der Nutzer wählt Rolle und Zielgruppe, zum Beispiel Aufsichtsrat/Stadtrat, Management, Controlling, Regulierungsmanagement, Asset Management, Bilanzierung oder Projektsteuerung. Dazu kommen Redaktionsoptionen: nur Zusammenfassung oder ausführlicher Stand, Beträge gerundet, Maßnahmennamen anonymisiert, Notizen ausgelassen oder Projektplan einbezogen.
Der Prompt enthält die relevanten Planungsdaten, die Provenienz des Builds, den Regulierungsstand, die Governance-Lesart und einen Verweis auf die öffentliche Kontextdatei https://energychain.github.io/Szenarienrechner-EOG/llm.txt. Diese Datei erklärt dem Unternehmens-LLM die Fachbegriffe und Grenzen: EOG ist nicht Cashflow, Basis vs. konservativ bleibt entscheidend, prüfpflichtige Annahmen sind keine bestätigten Fakten und es gibt keine Anerkennungszusage.
Ergebnis: Die App sendet nichts. Der Nutzer sieht den Prompt vollständig, kann ihn redigieren, kopieren oder als .txt speichern und erst danach bewusst in ein intern freigegebenes KI-System einfügen. Die KI übernimmt dann die Übersetzungsrolle in der Sprache der Zielgruppe, während die Datensouveränität der Offline-App erhalten bleibt.
Beraterhinweis: Ein guter Senior Consultant übersetzt denselben Planungsstand je nach Adressat. Der Prompt-Export standardisiert genau diese Übersetzungsvorbereitung: Für den Befassungskreis wird aus KPI-Logik eine Einordnungs- und Klärpunktlogik; für Controlling wird daraus Budget-, CAPEX/OPEX- und Cashflow-Sicht; für Regulierungsmanagement werden Ruleset, Attribution, Doppelzählung, Stresstest-Parameter und prüfpflichtige Annahmen sichtbar.
Typische Nutzung in dieser Story:
- Vor der Befassungsvorlage erzeugt die Modellverantwortung einen Management-Prompt und prüft, ob die KI Klärpunkte und Befassungslogik korrekt erklärt.
- Für die Befassungsvorlage wird ein Prompt mit gerundeten Beträgen und ohne interne Notizen erstellt.
- Regulierungsmanagement nutzt einen eigenen Prompt, um Q/E-Wirkungen, Wirkungsverzüge, Doppelzählungswarnungen und Ruleset-Konfidenz zu prüfen.
- Projektsteuerung nutzt den PMO-Prompt, um blockierte Aufgaben, nächste fällige Aufgaben und offene Klärpunkte in eine Arbeitsliste zu übersetzen.
Meilenstein 0 — Kick-off: Finanzplanung zuerst als gemeinsamer Entscheidungsprozess
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Bild: Der Einstieg betont die Arbeitsweise: nicht mit 20 Feldern beginnen, sondern erst Zweck, Rolle, Datenhaltung und Prozess verstehen.
Zeitpunkt: Anfang Januar 2027
Situation im EVU: Die Planungsrunde beginnt nicht mit einer fertigen Excel-Tabelle. Im Raum sitzen Modellverantwortung, Regulierungsmanagement, Controlling, Asset Management und später auch Bilanzierung. Alle kennen einen Teil der Wahrheit: Technik kennt die Notwendigkeit, Controlling kennt den Budgetrahmen, Regulierungsmanagement kennt den regulatorischen Rahmen, aber niemand besitzt allein die entscheidungsreife Gesamtsicht.
Fachliche Frage: Welche Befassung soll vorbereitet werden? Geht es um eine Budgeteinordnung, eine Portfolio-Priorisierung, eine regulatorische Sensitivität, eine Befassungsvorlage oder um die Vorbereitung der nächsten Wirtschaftsplanrunde?
App-Beitrag: Die Startseite ordnet die App als offline-first Werkzeug ein und zwingt nicht sofort in Eingabefelder. Die Rollenwahl macht sichtbar, ob gerade modelliert, geprüft, entschieden oder auditiert wird. Der Prozesshinweis zeigt, dass die Datei einen Arbeitsstand begleitet und nicht nur einen einmaligen Rechenlauf.
Ergebnis: Die Runde einigt sich auf den Arbeitsmodus: zuerst Struktur und Quellen klären, dann Werte eintragen, dann Maßnahmen und Wirkannahmen bewerten.
Beraterhinweis: Ein Senior Consultant würde hier verhindern, dass die erste verfügbare Zahl zur dominierenden Wahrheit wird. In regulierten Sparten ist nicht nur die Höhe einer Investition relevant, sondern auch, wann sie wirksam wird, wie sie bilanziell behandelt wird, ob sie regulatorisch erklärbar ist und welche Annahmen noch offen sind.
Neue Fakten / offene Punkte:
- Das Portfolio soll zunächst synthetisch vorbereitet und später mit internen Ist-Werten befüllt werden.
- Unklar sind bestehende EOG, regulatorische Kapitalbasis, Jahresarbeit, Aktivierbarkeit einzelner Maßnahmen und belastbare Wirkannahmen.
- Offen ist, welche Maßnahmen im Basisszenario entscheidungsrelevant sind und welche nur als Sensitivität betrachtet werden.
Meilenstein 1 — Initialisierung: Aus Eingabefeldern wird eine Datenanforderung
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Bild: Kontext-Hilfen erklären, woher Werte typischerweise kommen und warum sie fachlich relevant sind.
Zeitpunkt: Mitte Januar 2027
Situation im EVU: Die Modellverantwortliche öffnet den Stammdaten-Wizard. Beim Feld Startjahr wird die Kontext-Hilfe geöffnet. Der Hinweis erklärt nicht nur die Bedienung, sondern den fachlichen Zusammenhang: Regulierungsperiode, Kostenbasis, Abschreibungsbeginn, Cashflow-Zeitpunkt und Wirtschaftsplanjahr hängen am Modellstart.
Fachliche Frage: Welche Stammdaten sind belastbare Unternehmenswerte, welche sind regulatorische Referenzen und welche sind vorläufige Arbeitsannahmen?
App-Beitrag: Die App verwandelt Eingabefelder in eine Datenanforderung. Jedes Feld wird mit Quelle, Verantwortlichkeit und Verwendungszweck verbunden.
| Eingabe | Typische Quelle | Warum sie für die Finanzplanung relevant ist |
|---|---|---|
| Sparte | Spartenleitung und Regulierungsmanagement | bestimmt regulatorischen Kontext, Maßnahmentypen und ggf. Transformationslogik |
| Startjahr | Projektplan und Wirtschaftsplanung | legt fest, ab wann Kapitalbindung, Abschreibung und Planansätze wirken |
| Regulierungsverfahren | aktueller Regulierungsbescheid | beeinflusst, welche Wirkungen individuell betrachtet werden können |
| Bestehende EOG | Regulierungsmanagement / Erlös- oder Netzentgeltkalkulation | Referenz für indikative Erlös- und Entgeltwirkung |
| Kapitalbasis | Anlagenbuchhaltung und regulatorisches Anlagevermögen | Grundlage für Kapitalbindung und regulatorische Wirkung |
| Jahresarbeit | Abrechnung, Mengenplanung oder testierter Jahresabschluss | Brücke zur indikativen Netzentgelt- oder Kundenauswirkung |
Ergebnis: Die Runde hat noch nicht alle Werte, aber sie weiß jetzt, wer sie liefern muss und warum sie benötigt werden.
Beraterhinweis: Der Unterschied zwischen „Wert fehlt“ und „Wert wurde geschätzt“ ist governance-relevant. Ein fehlender Wert ist ein Klärpunkt. Ein geschätzter Wert ist eine Annahme. Beides darf nicht unkommentiert als Default in ein Modell rutschen.
Meilenstein 2 — Datenerhebung: Finanzplanung braucht Quellen, nicht nur Werte
Zur passenden Stelle in der Anwendung springen

Bild: Der Prozessstatus zeigt, wo die Runde steht, wer als Nächstes liefern muss und welche Frist gilt.
Zeitpunkt: Februar 2027
Situation im EVU: Nach zwei Wochen liegen erste Werte vor. Die Modellverantwortliche lädt ein Beispielmodell und dokumentiert im Prozessbereich den Stand: Kick-off abgeschlossen, Quellen verteilt, Ist-Werte in Klärung. Der Hinweis ist bewusst kein Pop-up. Er ist ein Prozessstatus, der beim späteren Öffnen der Datei sofort erklärt, woran zuletzt gearbeitet wurde.
Fachliche Frage: Welche Werte dürfen miteinander verwechselt werden? Ein HGB-Buchwert ist nicht automatisch die regulatorische Kapitalbasis. Eine technische Mengenannahme ist nicht automatisch die abrechnungsseitige Jahresarbeit. Ein genehmigtes Budget ist nicht automatisch regulatorisch anerkannt.
App-Beitrag: Die App hält diese Unterschiede sichtbar. Stammdaten, Maßnahmen, Aktivierbarkeit und Wirkannahmen werden getrennt gepflegt, statt in einer einzigen Planungszelle zu verschwinden.
Neue Fakten:
- Die Jahresarbeit ist nicht aus einer technischen Schätzung zu übernehmen, sondern aus Abrechnung oder Mengenplanung.
- Die regulatorische Kapitalbasis weicht voraussichtlich vom HGB-Buchwert ab.
- Ein Teil der Maßnahmen ist noch nicht entscheidungsreif, weil Aktivierbarkeit und Wirkannahmen offen sind.
- Der Wirtschaftsplan enthält Budgetpositionen, die für die regulatorische Betrachtung noch fachlich aufgeteilt werden müssen.
Ergebnis: Die Datenerhebung verhindert frühe Scheingenauigkeit. Wo Werte fehlen, bleibt der Planungsstand explizit offen.
Beraterhinweis: Ein guter Prozess dokumentiert nicht nur die Werte, sondern auch deren Herkunft. Im Review ist oft wichtiger zu wissen, warum ein Wert verwendet wurde, als ihn rückwirkend aus einer Datei zu rekonstruieren.
Meilenstein 3 — Maßnahmenbewertung: Vom Budgettopf zum steuerbaren Portfolio
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Bild: Der Maßnahmenkatalog verbindet Kosten, Aktivität, Umsetzungsjahr, Wirkung und offene Punkte in einer Portfolioansicht.
Zeitpunkt: Ende März 2027
Situation im EVU: Die technischen Fachbereiche liefern neue Fakten. Zwei Automatisierungsmaßnahmen bleiben prioritär, einzelne Ersatzinvestitionen werden in eine konservative Sensitivität verschoben. Einkauf und Projektleitung aktualisieren Kosten und Inbetriebnahmejahre.
Fachliche Frage: Es geht nicht mehr nur um „haben wir genug Budget?“. Die eigentliche Frage lautet: Welche Maßnahmen tragen technisch, regulatorisch und finanzwirtschaftlich gemeinsam? Welche binden Kapital, ohne zeitnah in der Erlöslogik sichtbar zu werden? Welche sind notwendig, auch wenn sie keinen attraktiven IRR zeigen?
App-Beitrag: Der Maßnahmenkatalog macht aus Budgetpositionen vergleichbare Maßnahmenobjekte. Kosten, erwartete Aktivierung, Wirkannahmen, Notizen und Status werden je Maßnahme sichtbar.
| Fakt | Wirkung im Modell | Fachliche Bedeutung |
|---|---|---|
| Einkauf bestätigt höhere Kosten | Kapitalwert und IRR werden neu bewertet | Budget und Finanzierungspfad müssen aktualisiert werden |
| Technik bestätigt spätere Inbetriebnahme | AfA- und EOG-Wirkung verschieben sich | Zeitpunkt der Kapitalbindung und Ergebniswirkung ändern sich |
| Bilanzierung stuft einen Kostenanteil als unsicher aktivierbar ein | Erwartete Kapitalbasis sinkt bzw. wird risikogewichtet | Nicht jede Ausgabe wird automatisch investiv wirksam |
| Regulierungsmanagement markiert Wirkannahmen als prüfpflichtig | Entscheidungsreife bleibt begrenzt | Die Vorlage braucht Klärpunkte oder Sensitivitäten |
Ergebnis: Das Portfolio wird nicht linear „durchgerechnet“. Neue Fakten ändern Prioritäten, Szenarien und Entscheidungsreife.
Beraterhinweis: Eine reine Sortierung nach IRR wäre fachlich gefährlich. VNB-Portfolios enthalten Pflichtmaßnahmen, Zustandsmaßnahmen, Resilienzmaßnahmen und Transformationsmaßnahmen. Manche sind finanziell wenig attraktiv, aber technisch oder regulatorisch unvermeidbar. Die App soll diese Spannungen sichtbar machen, nicht durch eine Rangliste verdecken.
Meilenstein 4 — Technische Rückkopplung: Wirkannahmen sind keine stillen Erfolgsversprechen
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Bild: Die Entscheidungsansicht zeigt nicht nur Kennzahlen, sondern auch offene Klärpunkte und Governance-Hinweise.
Zeitpunkt: April 2027
Situation im EVU: Im Techniktermin wird klar: Die Maßnahmen sind plausibel, aber nicht alle Wirkungen sind gleich belastbar. Manche Qualitäts- oder Effizienzannahmen beruhen auf Betriebserfahrung, andere auf Expertenschätzung. Eine Risikoannahme soll nicht in den Basiscase, sondern nur in eine Sensitivität.
Fachliche Frage: Welche Wirkung ist belegt, welche ist eine plausible Annahme und welche darf nur als prüfpflichtiger Klärpunkt in die Vorlage?
App-Beitrag: Wirkannahmen werden explizit gemacht. Sie werden nicht gelöscht, wenn sie unsicher sind, aber sie werden auch nicht automatisch zu harten Ergebnisbestandteilen. Vertrauensstufe, Governance-Status und Evidenz bleiben sichtbar.
Neue Fakten:
- Technische Wirkung ja, aber nicht vollständig nachgewiesen.
- Risikoannahmen bleiben für die Befassungslage erklärungsbedürftig.
- Der Modellwert verbessert sich, aber Governance-Hinweise verhindern eine zu einfache Ampelentscheidung.
- Die spätere Vorlage braucht Sprache für Klärpunkte, nicht nur für Kennzahlen.
Ergebnis: Das Portfolio kann wirtschaftlich tragfähig sein, obwohl einzelne Wirkannahmen noch offen sind. Damit entsteht eine Befassungsgrundlage mit Klärpunkten statt ein hartes Ja/Nein.
Beraterhinweis: Nicht erklärbare Effekte sind keine KPIs. Sie sind Klärpunkte. Ein seriöser Beratungsprozess unterscheidet zwischen Rechenlogik, Evidenz und Managemententscheidung.
Meilenstein 5 — Konsolidierung: Management betrachtet Finanzbild, Erlöslogik und Haken gemeinsam
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Bild: Die Managementsicht verdichtet Entscheidungsreife, Jahr-1-Wirkung, IRR, Kapitalwert, Klärpunkte und nächsten Schritt.
Zeitpunkt: Mai 2027
Situation im EVU: Nach mehreren Fachterminen liegen Kosten, Aktivierbarkeit und wesentliche Wirkannahmen vor. Die Management-Befassung soll keine Detaildebatte wiederholen, sondern einordnen, ob das Portfolio als Befassungsvorlage weitergeführt werden kann.
Fachliche Frage: Ist das Portfolio finanzplanerisch tragfähig, regulatorisch erklärbar, technisch begründet und governance-seitig entscheidungsreif?
Warum die Positionierung nicht zu EOG-lastig sein darf: Die EOG ist für regulierte Sparten zentral, aber das Management entscheidet nicht allein über eine Erlösobergrenzenwirkung. Es entscheidet über Kapitalbindung, Umsetzungsrisiko, Finanzierungsfähigkeit, Ergebniswirkung, technische Notwendigkeit, Personal- und Lieferfähigkeit sowie regulatorische Erklärbarkeit.
App-Beitrag: Die App zeigt Kennzahlen und Haken gemeinsam. Sie reduziert die Entscheidung nicht auf eine einzelne Zahl. Der wichtigste Haken und der nächste Schritt bleiben sichtbar.
Neue Fakten / Rückkopplungen:
- Controlling bestätigt, dass die Kosten in den Wirtschaftsplan eingepasst werden können.
- Finanzierung aktualisiert den FK-Zins; der Finanzierungsspread bleibt tragfähig.
- Regulierungsmanagement akzeptiert die Methodik, verlangt aber Nachverfolgung einzelner Wirkannahmen.
- Asset Management bestätigt, welche Maßnahmen technisch nicht beliebig verschiebbar sind.
Ergebnis: Das Management ordnet ein: Die Vorlage soll erstellt werden, aber mit klar benannten Klärpunkten. Die App wird damit nicht zum automatischen Genehmigungswerkzeug, sondern zum transparenten Arbeitsstand.
Beraterhinweis: Eine gute Managementvorlage trennt Einordnung, Begründung und Klärbedarf. Die App sollte genau diese Trennung unterstützen: Was ist belastbar? Warum? Unter welcher Annahme? Mit welcher späteren Prüfung?
Meilenstein 6 — Befassungsvorlage: Aus Planung wird eine prüfbare Managementunterlage
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Bild: Der Management-Report kombiniert Kennzahlen, Entscheidungsreife, Governance-Hinweise, Arbeitsstand und nächsten Schritt.
Zeitpunkt: Juni 2027
Situation im EVU: Vor der nächsten Befassung erstellt die Modellverantwortliche den Management-Report. Nach mehreren Befassungen kann jede Person sofort sehen, welcher Arbeitsstand vorliegt, was offen bleibt und welcher Klärbedarf in die Vorlage gehört.
Fachliche Frage: Kann ein Dritter nachvollziehen, welche Annahmen zum Zeitpunkt der Entscheidung galten und welche Punkte nicht abschließend geklärt waren?
App-Beitrag: Der Report übersetzt Modelllogik in entscheidbare Sprache. Er zeigt nicht nur Zahlen, sondern auch Arbeitsstand, nächster Schritt, offene Punkte und Governance-Hinweise.
Was EVU-Mitarbeiter wiedererkennen sollen: Eine Befassungsvorlage entsteht selten aus einem einzigen Rechenlauf. Sie entsteht aus abgestimmten Teilbeiträgen: Technik liefert Notwendigkeit und Zeitpunkt, Controlling liefert Budgetanschluss, Regulierungsmanagement liefert Anerkennungslogik, Bilanzierung liefert Aktivierbarkeit und Management verdichtet dies zu einer tragfähigen Einordnung.
Neue Fakten / abschließende Einordnung:
- Das Portfolio ist wirtschaftlich tragfähig.
- Es gibt weiterhin Blocker bzw. prüfpflichtige Wirkannahmen.
- Die Vorlage enthält deshalb keine blinde Einordnung, sondern eine Befassungsgrundlage mit Nachverfolgung.
- Die finanzielle Sicht bleibt anschlussfähig an Wirtschaftsplan und Controlling, ohne regulatorische Wirkungen zu überdehnen.
Ergebnis: Die Entscheidung wird anschlussfähig. Wer später in das Modell schaut, sieht nicht nur Zahlen, sondern auch die damalige Begründung und die vereinbarte Weiterarbeit.
Meilenstein 7 — Präsentation und Befassung: Aus Modelllogik wird ein verständlicher Arbeitsstand
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Bild: Die Befassungsvorlage reduziert Komplexität, ohne offene Annahmen zu verstecken.
Zeitpunkt: Ende Juni 2027
Situation im EVU: Für den Befassungskreis wird die Einseiter-Ansicht genutzt. Die Modellverantwortliche trägt Adressat, Datum und eine neutrale Einordnung ein. Die Vorlage übersetzt Rechen- und Governance-Logik in verständliche Befassungssprache.
Fachliche Frage: Was muss ein Befassungskreis wissen, um den Arbeitsstand verantwortlich einzuordnen, ohne in technische Detailmodellierung gezwungen zu werden?
App-Beitrag: Die Vorlage enthält Kennzahlen, Begründung, Risiken, Klärpunkte und Arbeitsstand. Sie unterstützt Druck/PDF und Archivierung, ohne Daten an ein Backend zu senden.
Aufklärungsleistung: Befassungskreise benötigen keine technische Detailmodellierung, aber sie benötigen eine faire Darstellung des Arbeitsstands. Dazu gehören: Warum ist die Maßnahme erforderlich? Welche finanzielle Wirkung wird erwartet? Welche regulatorische Annahme liegt zugrunde? Welche Risiken bleiben? Welche Klärpunkte müssen weitergeführt werden?
Befassung: Der Befassungskreis ordnet das priorisierte Maßnahmenpaket vorbehaltlich der dokumentierten Prüf- und Klärpunkte ein. Die App dient als Nachweis, welche Annahmen im Moment der Befassung galten.
Beraterhinweis: Eine Vorlage ist nicht besser, weil sie jede Zahl enthält. Sie ist besser, wenn sie die entscheidungsrelevanten Zusammenhänge und Unsicherheiten verständlich macht.
Meilenstein 8 — Archiv und Re-Entry: Wiederaufnahme nach Monaten bleibt möglich
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Bild: Der Re-Entry zeigt, welcher Stand befasst wurde und welche Klärpunkte weiterlaufen.
Zeitpunkt: September 2027
Situation im EVU: Drei Monate nach der Befassung wird die Datei erneut geöffnet. Ohne alte Protokolle zu suchen, sieht die Modellverantwortliche im Prozessbereich: Arbeitsstand befasst, Umsetzung läuft, Klärpunkte bleiben Monitoringpunkte, Review nach erster Umsetzungsetappe.
Fachliche Frage: Kann der damalige Entscheidungsstand auch nach Wochen oder Monaten nachvollzogen werden?
App-Beitrag: Arbeitsstand, nächster Schritt, Zuständigkeit und Fälligkeit bleiben im Modell-JSON gespeichert. Das Modell kann zusammen mit Report und JSON-Export als Entscheidungsstand abgelegt werden.
Warum das im EVU-Alltag wichtig ist: Planungs- und Investitionsentscheidungen werden häufig über Monate weitergereicht. Personen wechseln, Termine verschieben sich, Annahmen altern. Ein wiederaufnahmefähiges Modell hilft, nicht wieder bei null zu beginnen.
Ergebnis: Die Planungsrunde endet nicht mit einer Befassung. Die offenen Wirkannahmen werden als Monitoringpunkte in die Umsetzung übertragen.
Lesebeispiel einer synthetischen Maßnahme
Maßnahme: Automatisierung eines Ortsnetzclusters mit Stationsmonitoring und Fernwirktechnik.
Technischer Anlass: Das Asset Management sieht steigende Lastspitzen, zunehmende Einspeisung und höheren manuellen Betriebsaufwand. Die Maßnahme soll Transparenz und Steuerbarkeit verbessern.
Wirtschaftsplan-Sicht: Die Maßnahme bindet Budget im Planjahr und muss mit anderen Investitionen konkurrieren. Entscheidend ist nicht nur die Gesamtsumme, sondern auch, wann Bestellungen, Inbetriebnahme und Aktivierung stattfinden.
HGB-/Bilanzierungs-Sicht: Hardware- und Installationsanteile können aktivierbar sein, Planungs- oder Schulungsanteile möglicherweise nicht. Die Nutzungsdauer muss fachlich und bilanziell plausibel sein.
Regulatorische Sicht: Eine potenzielle Wirkung auf Kapitalbasis, Kostenanerkennung, Qualität oder Effizienz darf nicht pauschal angenommen werden. Sie braucht Kontext, Evidenz und ggf. eine Sensitivität.
Finanzierungs-Sicht: Die Maßnahme verursacht Kapitalbindung. FK-Zins, Abschreibungsbeginn und Cashflow-Zeitpunkt beeinflussen die indikative Wirtschaftlichkeit.
Governance-Sicht: Wenn die technische Wirkung plausibel, aber noch nicht vollständig belegt ist, gehört sie nicht als harte Wahrheit in den Basiscase. Sie wird als Annahme oder prüfpflichtiger Punkt dokumentiert.
Befassungslogik: Eine positive Einordnung kann sinnvoll sein, wenn technische Notwendigkeit, Budgetfähigkeit und Klärstatus transparent sind. Die App zeigt dann nicht nur „lohnt sich“, sondern „unter welchen Annahmen und mit welchen offenen Punkten ist die Weiterarbeit vertretbar“.
Wie Ergebnisse zu lesen sind
| Kennzahl / Hinweis | Richtige Lesart | Typischer Fehler |
|---|---|---|
| EOG-Wirkung | regulatorische Erlösperspektive innerhalb des Modellkontexts | als garantierten Cashflow lesen |
| Kapitalwert / NPV | indikative Wirtschaftlichkeitsgröße auf Basis der Annahmen | als alleinige Investitionsentscheidung verwenden |
| IRR | Renditeindikator, stark abhängig von Cashflow-Annahmen | Pflichtmaßnahmen wegen niedriger IRR automatisch zurückstellen |
| Tarif-/Jahresarbeitswirkung | Orientierung zur Größenordnung | als Preiszusage interpretieren |
| Klärpunkte | Qualitätsmerkmal eines transparenten Prozesses | als Fehler der App verstehen |
| Review-Status | Governance-Signal zur Belastbarkeit | als Genehmigung oder Ablehnung interpretieren |
| Szenarien | Bandbreite und Sensitivität | als Prognose verwechseln |
Was die App bewusst nicht tut
- Sie ersetzt keine regulatorische, rechtliche, steuerliche oder bilanzielle Beratung.
- Sie trifft keine automatische Investitionsentscheidung.
- Sie macht aus unklaren Annahmen keine Fakten.
- Sie enthält keine produktiven Standardwerte für reale Netzbetreiber.
- Sie speichert nicht serverseitig und versendet keine Daten.
- Sie bewertet nicht verbindlich, ob ein konkreter regulatorischer Ansatz zulässig ist.
- Sie verhindert nicht, dass Anwender falsche Eingabewerte verwenden; sie macht aber Quellen, Annahmen und Klärpunkte besser sichtbar.
Warum offline-first fachlich relevant ist
Finanzplanung in regulierten Sparten arbeitet mit sensiblen Daten: Investitionsprogramm, Kostenannahmen, regulatorische Werte, Projektzeitpläne, interne Prioritäten und Befassungsunterlagen. Ein offline lauffähiges Werkzeug reduziert die Hürde, solche Daten strukturiert zu bearbeiten, ohne sofort eine Plattform-, Cloud- oder Datenschutzentscheidung treffen zu müssen.
Offline-first heißt in diesem Projekt:
- keine Serverpflicht,
- keine Telemetrie,
- keine externen Skripte im Release-Artefakt,
- lokale JSON-Importe und -Exporte,
- prüfbare Single-File-Distribution,
- nutzbar in internen Workshops, ohne Daten an Dritte zu übertragen.
Öffentliche Quellen zum Weiterlesen
Diese Quellen dienen der fachlichen Orientierung. Sie ersetzen keine Einzelfallprüfung und sind nicht automatisch identisch mit den Modellannahmen der App.
| Thema | Quelle | Warum relevant |
|---|---|---|
| Anreizregulierung Strom und Gas | Bundesnetzagentur: https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Fachthemen/ElektrizitaetundGas/Netzentgelte/Anreizregulierung/start.html | erklärt Grundprinzipien der Anreizregulierung, Regulierungsperioden und Erlöslogik |
| ARegV | Gesetze im Internet: https://www.gesetze-im-internet.de/aregv/ | rechtlicher Rahmen u.a. für Erlösobergrenzen, Qualitätselement, Effizienzvergleich und vereinfachtes Verfahren |
| EnWG | Gesetze im Internet: https://www.gesetze-im-internet.de/enwg_2005/ | energiewirtschaftlicher Rechtsrahmen, u.a. Netzbetrieb, Entflechtung und Rechnungslegungskontext |
| StromNEV | Gesetze im Internet: https://www.gesetze-im-internet.de/stromnev/ | Netzentgelt- und Kostenkontext für Stromnetze |
| GasNEV | Gesetze im Internet: https://www.gesetze-im-internet.de/gasnev/ | Netzentgelt- und Kostenkontext für Gasnetze |
| Marktstammdatenregister | Bundesnetzagentur MaStR: https://www.marktstammdatenregister.de/MaStR | öffentliche Datenbasis für Erzeugungsanlagen und energiewirtschaftliche Analysen |
| STROMDAO GmbH | https://stromdao.de/ | Hintergrund zu energiewirtschaftlicher Prozess-, Daten- und KI-Kompetenz |
| Cernion | https://cernion.de/ | Entscheidungsplattform für Stadtwerke mit Fokus auf MaStR-, Netz- und Vertriebsanalysen |
Kurzfazit der Userstory
Die fiktive Planungsrunde zeigt drei zentrale Nutzungsmuster:
- Zu Beginn: Der geführte Start und die Kontext-Hilfe machen aus leeren Eingabefeldern eine fachliche Datenanforderung.
- Während der Runde: Maßnahmen, Szenarien und Wirkannahmen werden iterativ angepasst, ohne offene Punkte zu verstecken.
- Am Ende und danach: Report, Befassungsvorlage und Prozessstatus konservieren nicht nur Kennzahlen, sondern auch Arbeitsstand, Klärpunkte und nächsten Schritt.
Damit wird die App zu einem Begleiter für echte Finanzplanung in regulierten Sparten: nicht als deterministische Entscheidungsmaschine, nicht als isolierter EOG-Rechner, sondern als nachvollziehbarer, lokaler und prüfbarer Entscheidungsraum für VNB-Portfolios.
STROMDAO GmbH und Cernion
Die STROMDAO GmbH positioniert sich öffentlich als Anbieter für digitale Energieinfrastruktur für Stadtwerke, Netzbetreiber und kommunale Versorger. Auf ihrer Website beschreibt STROMDAO Leistungen rund um Interims Management, Marktkommunikation, Daten und APIs sowie KI-gestützte Werkzeuge für energiewirtschaftliche Prozesse.
Für den Kontext dieser Userstory ist vor allem der Arbeitsmodus relevant: energiewirtschaftliche Komplexität wird nicht durch eine einzelne Kennzahl gelöst, sondern durch strukturierte Daten, nachvollziehbare Annahmen, klare nächste Schritte und entscheidungsfähige Unterlagen. Genau diese Logik verbindet die App mit der Beratungs- und Werkzeugperspektive von STROMDAO.
Cernion wird öffentlich als Entscheidungsplattform für Stadtwerke beschrieben. Laut cernion.de automatisiert Cernion MaStR-, Netz- und Vertriebsanalysen für kommunale Energieversorger und übersetzt Energiedaten in belastbare Entscheidungen. Beispiele auf der Website nennen unter anderem Netzplanung und Asset Management, §14a-Kontext, E-Mobility-Analysen, CAPEX-Optimierung, Reports, Annahmen und nächste Schritte.
Der Szenarienrechner-EOG ist davon als Open-Source-Werkzeug zu unterscheiden: Er bleibt offline-first, generisch, transparent und lokal ausführbar. Fachlich passt er aber in dieselbe Denkweise: EVUs und VNBs sollen von verstreuten Tabellen und impliziten Annahmen zu nachvollziehbaren Entscheidungsständen kommen. Cernion adressiert breitere energiewirtschaftliche Daten- und Analyseprozesse; der Szenarienrechner fokussiert auf die strukturierte Finanzplanung regulierter Sparten und die dafür notwendige Maßnahmen-, Wirkungs- und Governance-Logik.
Weiterführende Links:
- STROMDAO GmbH: https://stromdao.de/
- Cernion: https://cernion.de/
- Daten & APIs von STROMDAO: https://stromdao.de/leistungen/daten-apis/