Starter-Kit: Spartenportfolio Strom/Gas
Dieses Starter-Kit beschreibt eine synthetische Planungsrunde für ein gemeinsames Maßnahmenportfolio in Strom und Gas. Es eignet sich für Budgetrunden, in denen begrenztes Kapital, unterschiedliche Spartenlogiken und Managemententscheidungen zusammengeführt werden müssen.
Typische Ausgangslage
Das Stadtwerk hat mehrere technisch sinnvolle Maßnahmen, aber nicht jede Maßnahme ist im gleichen Jahr finanzierbar oder entscheidungsreif. Strommaßnahmen können durch Elektrifizierung und Versorgungssicherheit getrieben sein; Gasmaßnahmen durch Transformation, Rückbau, Restnutzung und Reinvestitionsvermeidung. Das Portfolio braucht deshalb eine gemeinsame Sprache, ohne Strom und Gas fachlich gleichzumachen.
Workshop-Ziel
Am Ende des Workshops liegt vor:
- priorisierte Maßnahmenliste nach Sparte, Zielbeitrag, Budgetbindung und Entscheidungsreife
- sichtbare Trennung zwischen regulatorischer EOG-Wirkung und indikativer Cashflow-Sicht
- konservatives Urteil je Portfolio und Maßnahme
- Managementoption: freigeben, mit Auflage freigeben, zurückstellen, fachlich prüfen
- Projektplan mit nächster fälliger Aufgabe je Rolle
Portfolio-Agenda
| Schritt | Leitfrage | Ergebnis |
|---|---|---|
| 1 Rollenklärung | Wer verantwortet Technik, Regulierung, Controlling, Bilanzierung und Gremium? | Rollenmatrix im Projektplan |
| 2 Datenlage | Welche Werte sind belegt, geschätzt oder offen? | Datenanforderung und Klärpunkte |
| 3 Maßnahmencluster | Welche Maßnahmen sind Pflicht, Zustand, Resilienz, Transformation? | vergleichbare Maßnahmenobjekte |
| 4 Szenarien | Trägt der Case auch konservativ? | robuste / auflagenpflichtige Entscheidungen |
| 5 Priorisierung | Welche Maßnahme bindet Kapital ohne belastbaren Werttreiber? | Portfolio-Entscheidungsliste |
| 6 Gremium | Was soll beschlossen werden und welche Auflage bleibt? | neutrale Beschlussvorlage |
Empfohlene App-Schritte
1. Projektplan öffnen und nicht zutreffende Template-Schritte überspringen.
2. Eigene Aufgaben für EVU-spezifische Freigabeschleifen ergänzen.
3. Maßnahmen nach Strom/Gas und Zielbeitrag taggen.
4. EOG-Zerlegung und Cashflow-Brücke je Entscheidung prüfen.
5. „Nächste fällige Aufgabe je Rolle“ nutzen, um Fachbereiche nicht parallel mit unklaren Anforderungen zu belasten.
6. Arbeitsstand als selbsttragende HTML mit Daten speichern und an die Runde verteilen.
Entscheidungsoptionen
| Option | Wann passend? | Dokumentationspflicht |
|---|---|---|
| Freigeben | Basis und konservativ tragen, keine kritischen Klärpunkte | Quelle und Beschlussstand archivieren |
| Freigeben mit Auflage | Basis trägt, konservativ kippt oder Wirkannahmen sind prüfpflichtig | werttragende Annahmen und Fristen benennen |
| Zurückstellen | Basiscase trägt nicht oder Datenlage unvollständig | Grund und nächster Prüfpunkt festhalten |
| Strategisch entscheiden | Maßnahme ist technisch/politisch notwendig, aber wirtschaftlich schwach | Entscheidung außerhalb reiner Wirtschaftlichkeit klar begründen |
Beraterhinweis
Das Portfolio-Kit ersetzt nicht die fachliche Entscheidung. Es ersetzt die unstrukturierte Excel-Diskussion durch einen wiederaufnahmefähigen Entscheidungsraum: Jede Maßnahme bekommt dieselben Fragen, aber nicht dieselbe Antwortlogik.